Ausstellung mit gestickten Bildern von Gertrud Hübner-Nauhaus zu Grimms Märchen

Geschichten aus dem Nähkästchen

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Der Zopf muss ab: gestickte Illustration von Getrud Hübner-Nauhaus zu dem Grimm-Märchen von Rapunzel.

Korbach - Mit einer Sonderausstellung beteiligt sich das Wolfgang-Bonhage-Museum am Grimm-Jahr.

Ende 2012 beginnt in Nordhessen das Jahr der Brüder Grimm. Denn vor 200 Jahren, am 20. Dezember 1812, erschien die erste Ausgabe ihrer Kinder- und Hausmärchen. Zudem jähren sich am 4. April und am 20. September 2013 die Todestage des „Malerbruders“ Ludwig Emil Grimm und von Jacob Grimm zum 150. Mal.

Im Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach wird aus diesem Anlass vom 3. Februar bis zum 7. April die Sonderausstellung „Märchenhaftes aus dem Nähkästchen. Gestickte Illustrationen von Gertrud Hübner-Nauhaus (1900 - 1989) zu den Märchen der Brüder Grimm“ zu sehen sein.

Textile Bilderbücher

Zunächst nur zur Freude der eigenen Kinder begann die Malerin Gertrud Hübner-Nauhaus - 1900 in Manow im heutigen Tansania geboren und 1989 in Marburg verstorben - textile Bilderbücher zu fertigen und nach den Märchen der Brüder Grimm zu besticken. Ihr Mann, Alfred Hübner, war am Grimm’schen Wörterbuch tätig gewesen, bevor er eine Professur für Germanistik in Leipzig annahm. Ganz abwegig erscheint es nicht, über die Arbeit ihres Mannes einen Bezug zur Märchensammlung der Brüder Grimm herzustellen. Auf jeden Fall scheint die Malerin neben der reichen Thematik der Märchen auch die wunderbare Sprache der Hausmärchen fasziniert zu haben.

Die Idee der gestickten - und waschbaren - Märchenbüchernahm mit dem „Rotkäppchen“ Ende der Dreißigerjahre zum ersten Mal Gestalt an. Sehr schnell verselbständigte sich dieser Teil ihrer künstlerischen Arbeit. 24 weitere Märchenbücher folgten.

Der Großteil der gestickten Stoffbücher entstand im Zeitraum von 1960 bis 1980. Die Zahl der bestickten Blätter je Buch variiert zwischen zwölf und 26. Einzelne der gestickten Bilderbücher wurden bald nach ihrer Vollendung im Marburger Universitätsmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte ausgestellt. Kommerziell verwertet wurden die Märchenbuchillustrationen jedoch nie.

In der Korbacher Ausstellung, zu der es ein Begleitprogramm gibt, werden erstmals in Hessen 19 gestickte Märchenbücher von Gertrud Hübner-Nauhaus in einer Ausstellung zu sehen sein.

Begleitprogramm

lAm 4. Februar um 19.30 Uhr erzählt die Schauspielerin Sabine Wackernagel im Museum in ihrem Programm „Ich war Schneewittchens Stiefmutter - Märchen der Brüder Grimm aus der Sicht ihrer Frauengestalten“. Als „Kluge Else“ durchstreift sie viele der bekannten Geschichten und entwickelt sich im Laufe der Erzählung zu den unterschiedlichsten Frauen, vom Aschenputtel bis hin zur unglücklichen Stiefmutter und der bösen Hexe. Der Eintritt zu dieser in Zusammenarbeit mit dem Lesebändchen Korbach e.V. angebotenen Veranstaltung beträgt acht Euro.

lAn zwei Sonntagen lädt das Museum von 15 bis 16.30 Uhr zu Märchenlesungen mit Marie-Luise Lindenlaub und einem Stickkurs für Kinder (am 24. Februar) und für Erwachsene (am 17. März) mit Hete Albert ein.

lFür Kindergärten und Grundschulklassen bietet das Museum einen märchenhaften Museumsbesuch an. Mittels altersgerechter Rollen- und Aktionsspiele erkunden die Kinder in 90 Minuten die bunte Märchenwelt und nehmen am Ende ihr selbst gesticktes Lesezeichen mit nach Hause. Die Kosten betragen pro Gruppe 30 Euro.

lZudem erwartet Kindergeburtstagsgesellschaften ein märchenhafter Geburtstag mit Verkleiden, Rätseln und Suchspielen. Je nach Alter der Kinder werden Stickkarten, Rapunzeltürme oder Schneekugeln zum Mitnehmen gestaltet. Kindergeburtstage beinhalten zwei Stunden Programm mit Basteln, die Kosten betragen zwischen 35 und 55 Euro.(r)

Anmeldungen sind ab sofort möglich für den Zeitraum vom 3. Februar bis zum 7. April, jeweils dienstags bis sonntags, 11 bis 16.30 Uhr (für Schulklassen und Gruppen auch nach Vereinbarung). Kontakt: Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach, Kirchplatz 2, Telefon 05631/53289.

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