Korbach

Geständnis erspart Opfer weitere Tortur

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- Korbach (lb). Wegen schweren sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen ist ein Berufssoldat aus Nordwaldeck am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Korbach zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Der 36-jährige Hauptfeldwebel des Heeresfliegerregiments in Fritzlar gab zu, sich im vergangenen Jahr in seiner Wohnung sowie bei Autofahrten und Schwimmbadbesuchen in Volkmarsen und Bad Arolsen an der zwölf Jahre alten Nichte seiner Lebensgefährtin und der neunjährigen Tochter der Frau vergangen zu haben. Zwei weiterere Fälle liegen bereits 15 Jahre zurück. Damals berührte er die zwölfjährige Schwester seiner Ex-Frau über der Kleidung am Schritt. Insgesamt wurden dem Mann 31 Tathandlungen vorgeworfen. Der geständige Angeklagte saß seit April in Untersuchungshaft.

Da der Mann ein richterliches Geständnis bereits nach seiner Verhaftung abgelegt hatte, blieb den Mädchen eine Vernehmung als Zeugen erspart. In einer Erklärung, die sein Anwalt Friedrich Schmidt vor Gericht verlas, bestätigte der Angeklagte, die minderjährigen Mädchen an den Geschlechtsteilen berührt und in 22 Fällen auch seinen Finger eingeführt zu haben. Auch hatte er die Mädchen dazu veranlasst, Onanierbewegungen an ihm auszuführen. Opfer des 36-Jährigen war vor allem die zwölfjährige Nichte. Das Mädchen befinde sich wegen der Vorfälle in psychologischer Behandlung, deren Ende noch nicht absehbar sei, erklärte Regina Ingenbleek, Anwältin der Mutter.

Der Missbrauch des engen familiären Verhältnisses zwischen Opfer und Täter habe seine Spuren hinterlassen, sagte die Anwältin: Die Zwölfjährige könne nur schwer Vertrauen zu Menschen aufbauen. Ihre Tochter ziehe sich oft zurück, dusche immer noch mehrmals am Tag und leide häufig an Unterleibsschmerzen, berichtete die Mutter, die dabei mit den Tränen zu kämpfen hatte. In einem Vergleich hatten sich die Nebenklägerin und der Angeklagte vor der Hauptverhandlung bereits auf ein Schmerzensgeld von 6000 Euro geeinigt.

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