Drei Aufführungen in Vöhl, Korbach und Hemfurth ·Tänzerinnen und Tänzer von 17 bis 70 Jahren

Getanzte Geschichte des Edersees

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Sie setzen die Geschichte des Edersees tänzerisch in Szene: die Aktiven des Tanzprojekts. Die erste Vorführung ist morgen Abend ab 20.30 Uhr in der Henkelhalle Vöhl.

Vöhl. - Am morgigen Samstag hat das Tanzprojekt „Edersee 100“ Premiere in der Henkelhalle.

Die Gruppe setzt die wechselhafte Geschichte des Wahrzeichens von Waldeck-Frankenberg in 15 Bildern in Szene. Viele der Aktiven des Community-Dance-Projects, in dem die Gruppen unabhängig voneinander ihre Szenen erarbeitet haben, sahen sich beim Gesamtdurchlauf mit Generalprobe zum ersten Mal, entwickelten aber schnell ein Gespür füreinander und den Geist des Gesamtprojekts, so Choreografin Jenny Heise: „Die Gruppe hat sich gefunden. Nachdem die einzelnen Szenen im Zusammenhang stehen, ist uns der Edersee auch wieder als Ganzes nahegekommen.“

Das Altersspektrum der Teilnehmer reicht von 17 bis 70, so dass zahlreiche und auch historisch vollkommen unterschiedliche Wahrnehmungen des Edersees in die Konzeption eingeflossen sind. Der Bogen der getanzten Ereignisse, die Tanzpädagogin Ursula Christiane Nobiling und Theaterpädagogin Jenny Heise mit den 23 Tänzerinnen und Tänzer entwickelt haben, reicht vom Besuch des Kaisers bis zur aktuellen Nutzung des Edersees bzw. der Wahrnehmung durch Anwohner und Besucher. Musik und Tanz sind das zentrale Kommunikationsmittel. Das Spektrum reicht von Klaviermusik über Tango bis Schlager. Beim Besuch der ersten Touristen erklingt der fröhliche Klassiker „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen“.

Die letzte Änderung des Konzepts ist praktischen Erwägungen geschuldet, stellt aber auch einen engeren thematischen Zusammenhang her. Der Schauspieler Stefan Wetzler überbrückt die Jahre zwischen den Szenen, in denen sich die Tänzer für die nächste Choreografie oder Epoche umziehen. Denn neben historischen Szenen in zeitgenössischen Kostümen gibt es auch Elemente, in denen die Gefühlslage der Beteiligten oder auch Betroffenen auf die Bühne kommt.

Diese Empfindungen werden in Stimmungsfarben getanzt. So symbolisiert Schwarz bei der Ankunft der Gastarbeiter zum Bau der Mauer das wechselseitige Empfinden von Fremdartigkeit und Nicht-verstehen-Können, Ängste und Annäherung werden choreografiert.

Die Aufführungen des Tanztheaters im Überblick: Am 5. April ist die Premiere in der Vöhler Henkelhalle, am 11. April folgt die Aufführung in der Korbacher Stadthalle, am 14. Juni im Bürgerhaus Hemfurth. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Eintritt: sechs Euro.

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