Adorf

Getreidedreschen wie vor 60 Jahren

- Diemelsee-Adorf. Am Sonntag warfen die Mitglieder des Adorfer Dreschclubs ihre alte Dreschmaschine an. Die Zuschauer waren fasziniert von dem Ungetüm.

Zuerst muss der alte Lanz Bulldog vorglühen. Dazu hält sein stolzer Besitzer, Dirk Schmidt aus Gudensberg, dem betagten Schlepper einen Lötkolben an die sogenannte „Glühnase“. Der 1937er Lanz hat nämlich einen Glühkopfmotor: Als die Nase nach rund zehn Minuten glüht, kurbelt Schmidt seinen Bulldog per Hand an. Dann zündet das Treibstoffgemisch.

Mit einem Stampfen und Schnaufen springt der einzylindrige 2-Takt-Motor an, knattert ohrenbetäubend wie ein Maschinengewehr und pustet schwarze Rauchschwaden in die Luft. Nun wird ihm der Treibriemen der nur unwesentlich jüngeren Dreschmaschine auf das Schwungrad gelegt, die daraufhin ebenfalls zu rattern beginnt. Jetzt ist soweit, das Dreschen kann beginnen.

Die alte Dreschmaschine haben die Mitglieder des Adorfer Dreschclubs im vergangenen Jahr aufwendig und von Grund auf restauriert, 500 Arbeitsstunden haben sie reingesteckt. Dass die Maschine auch nach über 50 Jahren noch einwandfrei funktioniert, wollten sie den Besuchern beim Dreschfest am Sonntag demonstrieren. Auf einem Feld in Richtung Giershausen konnten die Schaulistigen sich ansehen, wie eine Getreideernte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgelaufen ist. Auch viele alte Schlepper waren zu bestaunen. (mba)

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