Kreisverkehr auf der B251 fertiggestellt

Gewerbegebiet Raiffeisenstraße abgerundet

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Bauarbeiten beendet: Passend zur Bundesstraße durchschnitten gestern Bauamtsleiter Stefan Bublak, Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller, Conti-Werksleiter Lothar Salokat und Bürgermeister Klaus Friedrich sowie Vertreter der beteiligten Firmen und Behörden eine schwarz-rot-goldene Banderole.Foto: Kobbe

Korbach - 35 Meter Durchmesser, 500000 Euro Baukosten: Der Kreisverkehr am Gewerbegebiet Raiffeisenstraße ist fertig. Bis Dienstagabend regulieren allerdings noch Bauampeln die Zufahrt aus den beiden Hauptrichtungen.

Den Verkehrsfluss auf der viel befahrenen Korbacher Umgehung mit einem Kreisel zu unterbrechen, braucht gute Gründe. Bürgermeister Klaus Friedrich zählte die aus seiner Sicht entscheidenden gestern bei der offiziellen „Freigabe“ auf: Standortsicherung für Conti, direkte Anbindung bereits bestehender Betriebe an die Umgehung, Schaffung weiterer Arbeitsplätze und Erschließung neuer Gewerbeflächen.

Bislang hatten Autos und Lkw auf der Bundesstraße Vorfahrt. Vor dem vierarmigen Kreisverkehr müssen deren Fahrer nun genauso abbremsen und sich einreihen wie die anderen. Von Beginn an sorgte diese Variante für Zündstoff in der politischen Diskussion der Stadtverordneten. Nach kritischen Stimmen aus der SPD-Fraktion hatten sich zuletzt auch die Grünen gegen einen Kreisel ausgesprochen und angeregt, an der Kreuzung in Höhe des Gartencenters Meckelburg (Am Ziegelgrund) stattdessen kostengünstige Abbiegespuren zu bauen. Auf einer Bundesstraße eine Kreuzung einzurichten, bei der vier Straßen ohne weitere Verkehrsregelung auf einer Ebene aufeinandertreffen, sei jedoch nicht zulässig, gab das Stadtbauamt zu bedenken. Dafür eine Ampelanlage zu installieren, hätte den Aufwand für das Bauvorhaben deutlich erhöht.

70 neue Arbeitsplätze im Logistikzentrum

Der Kostenvergleich zwischen einer Ampelanlage und dem Kreisverkehr sei eindeutig ausgefallen, betonte Friedrich auch am Donnerstag noch einmal. 200000 Euro mehr hätte die Stadt dafür ausgeben müssen, die Kreuzung mit Lichtzeichen auszustatten. Für den Kreisverkehr sprach überdies: Das notwendige Baurecht wurde bereits 2009 durch eine Verwaltungsvereinbarung geschaffen.

Den Vorsprung nahmen die beteiligten Baufirmen mit ins Ziel. Zeit- und preisgerecht sei das Vorhaben verwirklicht worden, stellte der Bürgermeister fest. Das Projekt betrachte er „als gelungene Gemeinschaftsarbeit“ zwischen dem planenden Ingenieurbüro Gröticke (Berndorf), der Straßenbaubehörde HessenMobil und den heimischen Bauunternehmen Rohde und Wachenfeld. Koordination und Projektleitung oblagen direkt dem Stadtbauamt, maßgeblich der Abteilung Entwicklung und Infrastruktur unter Federführung von Michaela Wilke.

Mit dem Kreisel wird das insgesamt etwa 250000 Quadratmeter große Gewerbegebiet im Nordwesten der Stadt an die Umgehung angebunden. Davon profitierten laut Bürgermeister auch bereits bestehende Firmen wie die Raiffeisen-Warenzentrale, die Spedition Klaus, der Aufzug-Hersteller Hübschmann und das LaLeLu-Abenteuerland. Deren Kunden und Lieferanten erreichen künftig nicht mehr umständlich über die Flechtdorfer Straße, sondern direkt von der Umgehung aus ihr Ziel.

Ganz nahe an der neuen Rondellausfahrt lässt Conti für rund 25 Millionen Euro ein 47000 Quadratmeter großes Lager für etwa zwei Millionen Zweirad- und für rund 250000 Autoreifen bauen. 40 Lastzüge am Tag werden dort in Zukunft liefern oder laden. Den Bau des Logistikzentrums übernimmt die Firma Core Development mit Sitz in Kornberg im Taunus, Continental mietet die Halle langfristig an, betreiben wird sie der Korbacher Logistikdienstleister Contrans. Anfang 2015 soll das Gebäude fertiggestellt sein, mit dem etwa 70 neue Arbeitsplätze entstehen.

Conti-Werksleiter Lothar Salokat bedankte sich bei der Stadt, „dass es so schnell geklappt hat“. Das Ergebnis gefalle ihm: „ein schöner Kreisel, auch ohne Kunstwerk“.

Im Juli ist außerdem mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens für das Gewerbegebiet begonnen worden. Parallel zur Umgehungsstraße wird überdies ein Entwässerungsgraben angelegt. Insgesamt investiert die Stadt in das Kreiselbauwerk, Regenrückhaltebecken und Erschließungsstraße rund zwei Millionen Euro.

Von Thomas Kobbe

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