Nettoergebnis überspringt 2014 erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Marke

Gewinnsprung bei Continental

+
„Ein gutes Jahr“: Bei Conti können Aktionäre auf eine höhere Dividende hoffen. Die gute Auftragslage ist auch Motivation für die Mitarbeiter - hier Alexander Hahn im Korbacher Werk bei der Reifenproduktion. Archivfoto: Jörg Kleine

Korbach/Hannover - Dank gesunkener Zinslasten hat der Autozulieferer Continental erstmals in der Firmengeschichte mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet.

Das den Anteilseignern zuzurechnende Nettoergebnis dürfte um gut ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro gestiegen sein, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Die Aktionäre können auf eine höhere Dividende hoffen.

Der Gewinn legte deutlich stärker zu als Umsatz und operatives Ergebnis. Die Erlöse lagen am Ende bei 34,5 Milliarden Euro - ein Plus von fast vier Prozent. Der vor allem in der ersten Jahreshälfte noch starke Euro kostete die Hannoveraner dabei gut 500 Millionen Euro Umsatz. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt und der Euro gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren.

Das verbessert die Exportchancen, hinzu kommen der niedrige Ölpreis und der starke US-Automarkt. „Das sollte in der Summe für uns positiv sein“, sagte Schäfer. Für 2015 rechnet Conti mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 36 Milliarden Euro.

Der zur Übernahme anstehende Kautschukspezialist Veyance mit seinen gut 1,5 Milliarden Euro Umsatz ist darin noch nicht enthalten. Fast ein Jahr nach der Ankündigung des Kaufs prüfen noch immer einige Kartellbehörden das Geschäft. Erst wenn alle zugestimmt haben, kann die gut 1,6 Milliarden Euro teure Übernahme vollzogen werden.

Dadurch dürfte der Konzern auch eine weitere Schallmauer durchbrechen - die bei 200000 Mitarbeitern. Schon im zurückliegenden Jahr ist die Belegschaft um 12000 auf 190000 weltweit gewachsen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stagnierte 2014 nahezu bei 3,8 Milliarden Euro.

Die Scharte auswetzen konnten die Autozuliefersparten, die ihre Umsätze um acht auf 5,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 460 Millionen Euro steigerten. Dennoch blieb das vierte Quartal für Conti das mit der niedrigsten Profitabilität. Alles in allem sei 2014 dennoch „ein gutes Jahr“ für den Konzern gewesen.

Dass unterm Strich dennoch mehr Gewinn übrig blieb, liegt vor allem an den deutlich geringeren Zinslasten, die Conti inzwischen schultern muss - gegenüber dem Vorjahr war es 2014 gut eine halbe Milliarde Euro weniger. Der Schuldenberg ist inzwischen weitgehend abgetragen, von neun Milliarden Euro vor fünf Jahren auf noch drei Milliarden Euro. Das Eigenkapital des Konzerns ist viermal so hoch.

Von Lars Ruzic

Kommentare