Wladimir Olenburg gestaltet transparente Objekte Ausstellung im Bürgerhaus

Glaskunst und Souvenirs in Ikea-Vasen

+
Gekipptes Glas mit Künstler: Wladimir Olenburg mit einer mehrteiligen Installation, deren Aufbau er variiert oder mitunter auch bewusst dem Zufall überlässt.

Korbach - 36 Objekte des Bad Wildunger Künstlers Wladimir Olenburg sind ab Samstag im Bürgerhaus zu sehen. Die Arbeiten aus Glas sind zum Teil im Kontext mit Projekten im öffentlichen Raum entstanden. Außerdem gibt es mit Paraffin festgehaltene Erinnerungsstücke als originelle „Konservierungen“.

Gekippte und mattierte Scheiben, horizontal auf Holzplatten oder vertikal an blauen Stelen angeordnet, Objekte aus dichroitischem Glas, das durch Lichteinfall oder den Blickwinkel des Betrachters seine Farbe verändert: Wladimir Olenburgs durchlässige und reflektierende Werke sind bis zum 9. März im Korbacher Bürgerhaus zu sehen. Die Ausstellung wird am kommenden Samstag, um 19 Uhr, eröffnet. Der Titel „&SiOx&“ nimmt Bezug auf das bevorzugte Material. Denn Siliciumdioxid ist der Hauptbestandteil aller Gläser.

Neue Rubrik im Angebot

Olenburgs großformatige Installationen sind meist als „Kunst im öffentlichen Raum“ an und in Verwaltungsgebäuden, Sparkassen oder Hochschulen zwischen Paderborn und Würzburg, Baden-Baden oder Zeitz im Burgenlandkreis zu finden. Eine Auswahl an Exponaten zu zeigen, ist für den 62-Jährigen eher die Ausnahme.

Mit der Präsentation im Bürgerhaus will das Vhs-Kulturforum zusammen mit der Stadt Korbach dem bisherigen gemeinsamen Programm die Rubrik „Kunstausstellung“ hinzufügen. Die Bömighäuser Künstlerin Iris Resch-Grimm, Mitglied der Gruppe „artur“, hatte den Kontakt zu Olenburg hergestellt. „Die neue Rubrik soll sich dauerhaft im Angebot Korbach etablieren“, kündigte sie zusammen mit Klaus Stockhausen, dem Vorsitzenden des Vhs-Kulturforums, während einer Vorbesichtigung am Mittwoch an.

Seit 1995 lebt Olenburg in Bad Wildungen. Seine künstlerische Vita beginnt vor rund 30 Jahren. 1984 fällt der Elektro-Ingenieur die Entscheidung, seinen sicheren Job als Systemanalytiker aufzugeben und sich fortan als „freiberuflicher Glasgestalter“ zu betätigen. „Zunächst bin ich den Aufträgen regelrecht hinterhergerannt“, bekennt der gebürtige Frankfurter. Das änderte sich, als er zum Spezialisten für Flachglasarbeiten im architektonischen Zusammenhang wurde. „Mit seinem Konzept transparenter Leichtigkeit hat Wladimir Olenburg eine lichte Weite ganz eigener Art gewonnen“, urteilte der Marburger Kunstwissenschaftler Dr. Harald Kimpel über dessen Gestaltungsidee für die Sparkasse im ostwestfälischen Büren. Kimpel wird auch bei der Vernissage am Samstagabend sprechen.

Für eine originelle Serie von Exponaten experimentierte Olenburg mit einen neuem Material, auf das er eher zufällig stieß. „Vor sieben, acht Jahren fragte mich ein Bekannter, ob ich mit einen Zentner Paraffin etwas anfangen könnte“, berichtet der langjährige Landesvorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler. In Plattenform kam das Destillat aus Erdöl, das häufig als Fettbestandteil in Cremes eingesetzt wird, zu ihm. Mit der leicht zu verflüssigenden Substanz übergoss er liebgewonnene Souvenirs in Zigarrenkisten, Aschenbechern oder Glasvasen, die er en gros in einem schwedischen Möbelhaus erstanden hatte. So entstand die Serie „Konservierungen“ mit (pa-)raffinierten „Dingen mit Erinnerungswert“ wie Zahnbürsten, getrockneten Blumen („Roses for my Lady“), alten Disketten, Schallplatten oder auch sakralen Gegenständen („Ob der Herr sich das so dachte?“).

Die Ausstellung im Bürgerhaus (Kirchstraße 7) ist montags bis freitags von 14 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Eine moderierte Führung findet am Sonntag, 17. Februar, um 14.30 Uhr, statt.

Kommentare