Für Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich hat die dritte Amtszeit bis 2019 begonnen

„Gleiche Freude wie vor zwölf Jahren“

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Den Roland am Rathaus im Blick: Bürgermeister Klaus Friedrich blickt zuversichtlich auf die Entwicklung der Hansestadt.

Korbach - Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich ist gestern in die dritte Amtszeit gestartet. „Sensibel sein für die Nöte der Menschen“, das bleibt Friedrichs Devise als Rathauschef.

Manch Bürgermeister macht einen Festakt draus, wenn es nach einem Wahlsieg in die nächste Amtszeit geht. „Das passt nicht in die Zeit“, sagt Klaus Friedrich. Damit meint er nicht nur die angespannte Finanzlage deutscher Städte und Gemeinden, von der auch die Kreisstadt Korbach nicht verschont geblieben ist - bei aller politischen Solidität seit Jahrzehnten. Nein, pompöse Feste zur Selbstinszenierung passen auch nicht zu Klaus Friedrich.

Im politischen Diskurs werden viele Sträuße ausgefochten. Kritik und verbale Fußtritte bleiben da in Parlament und Wahlkämpfen nicht aus. Aber eines ist ganz sicher parteiübergreifend in Korbach deutlich: Klaus Friedrich ist ein volksnaher Bürgermeister, greifbar und gerne mitten unter Menschen.

Mitten im Volk

„Man muss die Menschen mögen“, betont er. Das ist beim Korbacher Rathauschef auch nicht gespielt - und wenn es um einen lästigen Kanaldeckel geht. Da zückt er ein Blatt Papier, macht sich ein paar Notizen - und gibt die Sache auf den Weg.

Schnörkellos und bodenständig verlief deshalb, nach dem Wahlsieg vom September, auch der 1. Februar 2013. Abteilungsleiter gaben dem Rathauschef am Morgen alles Gute für die nächsten sechs Jahre auf den Weg, ansonsten war der erste Arbeitstag in Friedrichs dritter Wahlperiode eher ein Tag wie jeder andere.

Hoppla, Gefahr von zurücklehnender Routine nach zwölf Jahren im Chefsessel? - Klaus Friedrich wehrt vehement ab: „Nein, ich empfinde die gleiche Freude, die gleiche Motivation wie vor zwölf Jahren auch. Und ich lege die gleiche Kraft in die Arbeit.“

Als dringendste Aufgaben nennt Friedrich die Zukunft des Korbacher Krankenhauses, weitere Konsolidierung (Sparpaket) der städtischen Finanzen, Neugestaltung am Schnittpunkt zwischen Fußgängerzone und Kümmell-Straße („Scharnier zur Altstadt“), das geplante neue Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße - und das Hallenbad.

Arbeitsplätze, Sicherheit und Wohlstand für die Korbacher markiert Friedrich zugleich als grundsätzliche und langfristige Aufgaben für Stadt und Kommunalpolitik. „Ich will, dass die Menschen in unserer Kernstadt und den Ortsteilen gerne leben“, heißt die Botschaft. Dafür müssten die heimischen Betriebe, insbesondere auch Korbachs größter Brötchengeber Conti, stets im Mittelpunkt des Denkens stehen.

Im Reigen der Mittelzentren hat sich die Kreisstadt dabei in den vergangenen Jahren gut entwickelt und behauptet. Denn Bevölkerungsrückgang, globaler Wettbewerb und leere Staatskassen machen insbesondere ländlichen Regionen zu schaffen. Da wächst auch die Konkurrenz unter den Städten. Angefangen von Bürgerbüro und Stadtmarketing („Korbach goldrichtig“) über städtische Investitionen (Krankenhaus, Bürgerhaus, Fußgängerzone) bis zur Industrie (Conti, Weidemann, Logistikfirmen) hat Korbach wichtige Pfunde auf der Habenseite.

Ausruhen gilt nicht

Doch es gibt auch kritische offene Posten in der Bilanz: Leerstände auf der Einkaufsmeile und das Desaster mit dem neuen Hallenbad, das seit April 2012 brachliegt.

„Was der Generalplaner beim Hallenbad abgeliefert hat, ärgert mich maßlos“, sagt Friedrich. Aber weder der Bürgermeister noch die Stadtverordneten hätten das Bad gebaut, sondern Planer und Handwerksfirmen. Mit voller Kraft müssten Stadt und Betreiber EWF am Ball bleiben, um die Verantwortlichen für Schäden und Fehler am Bau in die Haftung zu nehmen.

Leerstände im Stadtzentrum würden derweil aufgelöst: Schritt um Schritt neue Geschäfte in die früheren Schlecker-Filialen, und auch die Pläne für die Passage in der Bahnhofstraße seien im Fluss, schildert der Bürgermeister. Aus Friedrichs Sicht alles lieber heute als morgen - aber am Zug sind besonders private Grundbesitzer und Investoren.

So zieht der alte und neue Korbacher Bürgermeister zufrieden Bilanz der vergangenen zwölf Jahre - und zitiert gern mal augenzwinkernd seine Frau Doris: „Du bist nicht nur am Amt gewachsen, sondern auch im Amt. Jedes Jahr ein Kilo.“ Typisch Klaus Friedrich.

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