Korbach

Glücksspiel lässt Kasse klingeln

- Korbach (jk). Korbachs Spielhallen und Kneipen müssen künftig mehr Steuern zahlen. Rund 20 000 Euro zusätzliche Einnahmen sollen zielgerichtet für Prävention und Schulsozialarbeit der Stadt eingesetzt werden.

Das Parlament billigte zuletzt mehrheitlich eine Vorlage der Stadtverwaltung. Damit steigt ab 2011 die Steuerlast für „Spielapparate mit Gewinnmöglichkeit“. Der Impuls dazu kam von der Grünen-Fraktion, die schon Ende 2009 kein Hehl daraus machte: „Zugegeben, das ist eine Krücke. Wir möchten das Spielen unattraktiver machen“, erneuerte Grünen-Sprecher Daniel May im Parlament das Ansinnen. Dabei hatte sich Fraktionskollegin Doris Jauer auch in anderen Städten Deutschlands nach den jeweiligen Steuersätzen umgehört. Als Beispiele nannten die Grünen Mülheim/Ruhr, Göppingen und Marburg, wo satte 15 Prozent Steuerlast auf die Bruttoerlöse aus Spielgeräten zu zahlen sind – und zwar ohne Obergrenze. Die Stadt Korbach hakte ebenfalls in den Städten nach und holte sich zugleich Rat beim Deutschen Städtetag. Der wiederum empfiehlt, die 12-Prozent-Marke nicht zu überschreiten, vor allem nicht ohne Maximalbeträge, wie Stadtkämmerer Ralf Buchloh betonte. Hintergrund: Die Steuerlast auf Spielgeräte ist offenbar schon derzeit nicht ohne, überzogene Lasten könnten somit „erdrosselnde Wirkung“ haben. Im Klartext: Spielgeräte sind gesetzlich nicht verboten, also soll die öffentliche Hand nicht durch die Hintertür mit Steuern das Spielen verhindern. Zudem verweisen die heimischen Automaten-Firmen auf die Gefahr, dass künftig nur noch große Ketten von außerhalb die Spielhallen leiten. Damit gingen eine Fülle an Arbeitsplätzen verloren. Eine größere heimische Firma hat allein über 70 Beschäftigte, davon rund 60 Vollzeit-Jobs. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Dienstag, 7. September 2010.

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