Besucherstollen in Goldhausen lockt Einheimische und Urlauber

Goldbergbau bleibt ein Hit

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Fitmachen für die Gäste: Der ehemalige Bergmann Peter Penkert (Mitte) vermittelt den Besucherführern im Eisenberg Erkenntnisse aus 800 Jahren Goldgräbergeschichte.

Korbach-Goldhausen - Der Lockruf des Goldes findet weiter ein großes Echo: Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins „Historischer Goldbergbau“ meldet der Besucherstollen ungebremsten Zuspruch.

Neue Attraktionen ziehen Besucherströme, doch oft ebben sie nach einer Aufwärmphase wieder ab. In Goldhausen läuft das anders: 2012 kommen Gäste abermals in Scharen. Kurz nach Halbzeit der Saison registriert das Zechenhaus rund 1500 Gäste.

„Ich denke, wir werden dieses Jahr wieder deutlich über 2000 Besucher haben“, blickt Karl-Helmut Tepel voraus. Er ist Schatzmeister des Vereins „Historischer Goldbergbau Eisenberg“. 2002 wurde der gemeinnützige Verein gegründet, der kurz darauf die Bergrechte der früheren „Gewerkschaft Waldecker Eisenberg“ erwarb.

Eigentümer waren bis dahin die Nachkommen von Carl Theodor Rauschenbusch (Kirchen/Sieg), der in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts einen neuen Goldrausch am Eisenberg entfachen wollte. Doch wirtschaftlich ist der Goldbergbau in modernen Zeiten dort nicht mehr zu betreiben.

2004 lief im Unteren-Tiefen-Tal-Stollen die erste komplette Saison für Gäste. Bis 2011 folgten insgesamt 15?600 Besucher dem Lockruf des Goldes. Inzwischen kommen über 50 Prozent der Gäste von außerhalb: Urlauber, Ausflügler und viele Schulklassen.

Dabei ist das Interesse durchaus international – von Holland bis in die USA. Auf Wunsch bietet der Verein auch Führungen in holländischer und englischer Sprache an. So lobt Dr. Marc Müllenhoff, Fachmann für Tourismus und Stadtmarketing in Korbach, insbesondere das Engagement der ehrenamtlichen Besucherführer und Helfer im Verein. Bergbau, Gold, Souvenirs

Seit April 2012 hat Goldhausen dabei eine neue Attraktion: Mit viel Muskelschmalz und öffentlicher Förderung hat der Verein einen rund 200 Meter langen Seitenschlag im Stollen hergerichtet – den Jens-Kulick-Gang. Der Geologe und Heimatforscher Dr. Jens Kulick hatte in den 70er-Jahren den Goldbergbau im Eisenberg neu erkundet. Bohrgezähe bis hin zum authentischen Arbeitsplatz eines Bergmanns der 70er-Jahre machen die Tour für Besucher im Jens-Kulick-Gang plastisch.

Hinzu kommen neue Informationstafeln mit Texten und Grafiken im Besucherbergwerk. Über Tage bietet das Zechenhaus weiteres Erlebnis mit Goldwaschanlage, Ausstellungsstücken bis hin zu Souvenirs – ob Mineralien oder Goldfläschchen.

Derweil blickt Müllenhoff schon weiter in die Zukunft: Korbach liegt im Zentrum des nationalen Geoparks „Grenzwelten“. Neben dem Goldbergbau findet vor allem auch die weltweit bedeutende, 250 Millionen Jahre alte Fossilfundstätte „Korbacher Spalte“ großes Interesse bei Besuchern.

All die Besonderheiten möchte Müllenhoff künftig noch stärker vernetzen– mit besten Aussichten vom Eisenberg übers Land. Stets willkommen sind im Verein Interessenten, die als Besucherführer mitarbeiten möchten. Ansprechpartner: Dr. Marc Müllenhoff, Wirtschaftsförderung, Tel. 05631/50264-24.

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