Willingen

Goldenes Glanzlicht für Tourismus?

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- Usseln/Welleringhausen (bk). Die Goldpreise sind gewaltig in die Höhe geschnellt. Im waldeckisch-westfälischen Grenzgebiet lohnt sich der Abbau des edlen Metalls dennoch mit Sicherheit nicht. Aber vielleicht öffnet sich hier eine zusätzliche touristische Goldgrube. .

Der Geologe Dr. Markus Schade ist ein anerkannter Gold-Experte. Er kam am Wochenende ins Upland und folgte hier mit mehr als 50 interessierten Bürgern den Spuren des historischen Goldabbaus. Die Veranstaltung wurde vom Geschichts- und Heimatverein Usseln und vom Heimat- und Verkehrsverein Düdinghausen ausgerichtet. Die Vorbereitung lag in den Händen von Horst Frese – er ist Vorsitzender des Düdinghäuser Vereins – sowie der Usselner Hobby-Geologin und Heimatkundlerin Renate Hill, die von Geopark-Führer Berni Eickhoff unterstützt wurden.

Dr. Markus Schade und seine Frau machen immer nur in Regionen Urlaub, in denen es Goldvorkommen gibt. Er sucht den Ort aus, sie kümmert sich ums Quartier. In den 1990er-Jahren ging die Reise erstmals ins Upland. Dass die zwei ausgerechnet im Ohl bei Renate Hill ein Zimmer bezogen, war nicht nur ein großer Zu-, sondern vor allem ein Glücksfall für beide Seiten. Die Usselnerin und der Gold-Experte blieben in Kontakt. Es war eine Ehrensache, dass der Geologe auch jetzt gern der Einladung folgte und sein fundiertes Wissen an die Teilnehmer der Exkursion weitergab. Dazu zählten Beigeordneter Karl-Volker Sauer als Vertreter der Gemeinde Willingen (Upland), die Ortsvorsteher von Usseln und Welleringhausen, Karl Bangert und Karl Briehl, und der Geschäftsführer des Naturparks Diemelsee, Helmut Kesper.

Zu den Zielen der Exkursion gehörte der Hülsenberg. Der Geologe vermutet, dass dort zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert nach Gold gesucht wurde. Die alte Grube liegt teilweise in der Welleringhäuser und teilweise in der Usselner Gemarkung. „Die geologischen Voraussetzungen waren hier viel bescheidener als am Eisenberg bei Goldhausen.“

Dr. Schade hält es durchaus für denkbar, dass der damalige waldeckische Landesherr das Projekt unterstützt und Geld für die Suche nach dem begehrten Metall vorgeschossen hat, dass die ganze Sache dann jedoch nach einigen Jahren oder Jahrzehnten wieder eingestellt wurde, da sie sich nicht rentierte. Schriftliche Unterlagen über das ehemalige Bergwerk am Hülsenberg wurden, soweit es Dr. Schade bekannt ist, bisher noch nicht gefunden. Ein weiteres Ziel war der Borghagen-Steinbruch kurz vor Düdinghausen, der quasi ein Fenster zur Erdgeschichte aufstößt. In einem Bachlauf in der Nähe führte der Profi vor, wie Gold gewaschen wird. Tatsächlich wurde er fündig. Mit der Lupe ließen sich die kristallinen Strukturen der winzigen Plättchen gut erkennen. Nach Ansicht von Schade weist der waldeckisch-westfälische Grenzbereich ein enormes Potenzial guter geo-touristischer Grundvoraussetzungen auf. „Man kann sie erschließen und als Wirtschaftsfaktor nutzen.“

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