Training für Brandschützer aus dem Landkreis · Wohnungsbrand simuliert

Bei 450 Grad ganz cool bleiben

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Mit einem Hohlstrahlrohr bekämpft der Feuerwehrmann die Flammen im Container der mobilen Brandübungsanlage.Fotos: Treude

Waldeck-Frankenberg - Seit Montag trainieren die Feuerwehrleute aus dem Landkreis in einer Brandübungsanlage für den Ernstfall. Wasser kommt dort nicht nur aus den Schläuchen, sondern auch aus den Schweißdrüsen.

In einem Wohnhaus ist ein Feuer ausgebrochen. Ein Bett und ein Regal brennen, die Flammen schlagen bereits bis zur Decke. Über das Dach gelangen Feuerwehrleute in die enge Wohnung. Während sie sich durch dichten Rauch zum Brandherd vorkämpfen und mit den Löscharbeiten beginnen, kommt es zu einem Flashover - einer schlagartigen Entzündung der Rauchgase unter der Decke. Nun müssen die Einsatzkräfte vom Boden aus das Feuer über ihnen löschen. Doch es kommt noch schlimmer: Die Treppe nach oben steht ebenfalls in Flammen. Schnelles Handeln ist nun gefragt.

Diese Situation spielt sich derzeit mehrmals täglich in Korbach ab. Glücklicherweise nicht in einer echten Wohnung, sondern in einem Container, der sogenannten mobilen Brandübungsanlage. Über 400 Brandschützer aus Waldeck-Frankenberg sollen sich auf dem Gelände der Feuerwehr Korbach möglichst realistisch auf den Ernstfall vorbereiten.

Dass die Realität gegeben ist, dafür sorgen insgesamt acht gasbetriebene Brandherde und Temperaturen von bis zu 470 Grad Celsius im Container. „Bei einem Flashover kann es bis zu 1000 Grad heiß werden, doch bei aller Realitätsnähe steht die Sicherheit der Beteiligten im Vordergrund“, erklärt Ralf Wilke von der Feuerwehr Waldeck-Frankenberg.

Für die Feuerwehrleute geht es immer zu zweit in den 28 Quadratmeter großen Container. Von einem Kontrollraum aus beobachten ein Kreisausbilder und ein Vertreter der Firma Dräger, die für die Übungsanlage zuständig ist, den Ablauf der Brandbekämpfung. Im Anschluss gibt es eine Fehleranalyse. Doch viel bringen die Männer und Frauen vor Erschöpfung nicht raus. „Sehr eng“ und „sehr warm“ lauten die ersten Beschreibungen nach rund zwölf Minuten in der Hitze, eingepackt in 25 Kilogramm schwere Ausrüstung.

Das Training in der mobilen Brandübungsanlage wird unterstützt vom Land Hessen. Pro Tag nehmen rund 50 Feuerwehrleute daran teil. Noch bis Mittwoch, 6. Juni, ist der „Fire Dragon“ in Korbach, dann geht es weiter durch Hessen.

Über solch ein Training freut sich auch der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf: „Das ist eine sehr gute Gelegenheit, sich auf den Ernstfall vorzubereiten und für viele auch das erste Mal, einem Brand in dieser Enge zu begegnen.“ Der Container steht bereits zum vierten Mal im Landkreis. (tt)

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