Ausstellung und Theaterstück an Beruflichen Schulen behandeln am 26. und 27. Mai deutsche Teilung

An der Grenze leben - und sie überwinden

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Die im März in Wiesbaden eröffnete Ausstellung „Grenzen überwinden“ (großes Bild) kommt nach Korbach. Barbara Gottwald und Jessica Stukenberg (v. l., kleines Bild) zeigen dazu das Stück „Grenzland“.Fotos: pr

Korbach - Mauerstück an Mauerstück erinnert an die deutsche Teilung und ihr Ende: Die Ausstellung „Grenzen überwinden: von der Diktatur zur Demokratie“ eröffnet am Dienstag, 26. Mai, um 11 Uhr in der Sporthalle der Beruflichen Schulen in Korbach.

Nachbauten von Teilen der Berliner Mauer tragen zwei Tage lang Exponate zur Wiedervereinigung. Filme, Grafiken, Bilder und Texte behandeln den Mauerfall, seine Vorgeschichte und Folgen.

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen: Der erste beschreibt die Historie der Teilung, der zweite stellt Menschen vor, welche die Diktatur erlebt oder den Weg zur Demokratie mitgestaltet haben - etwa John F. Kennedy und Willy Brandt. Der dritte Abschnitt dient dem Gedenken an die Mauertoten. Die Hessische Staatskanzlei hat die Wanderausstellung zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung konzipiert. Vom 11. März bis zum 4. Oktober ist sie in verschiedenen hessischen Städten zu sehen.

Zeitzeugen sprechen durch Theaterstück

Direkt nach der Ausstellungseröffnung zeigen Barbara Gottwald und Jessica Stukenberg das Stück „Grenzland“. Es beruht auf Interviews mit Menschen, die im Herbst 1989 ihren Lebensmittelpunkt auf beiden Seiten der Grenze rund um den amerikanischen Beobachtungsstützpunkt Point Alpha hatten. Die Produktion des „Theater Mittendrin“ und des „Freien Theaters Fulda“ soll die Ereignisse des Herbstes 1989 und den Alltag im grenznahen Gebiet in Erinnerung rufen.

Gottwalds und Stukenbergs Interviewpartner waren zwischen 25 und 85 Jahren alt. Sie haben die 40 Jahre der DDR in unterschiedlicher Länge und mit verschiedenen Lebensgeschichten erfahren: Einige kennen den Mauerfall nur aus Geschichten, für manche war er eine Befreiung und für andere ein Schock, da sie linientreu waren oder sich eine Reform des Sozialismus wünschten.

Durch die verschiedenen Stimmen soll Geschichte für die Zuschauer erfahrbar werden - aber auch, dass Menschen ein wichtiger Teil von ihr sind: „Als ich die vielen Trabbis durch unseren Ort fahren sah, wusste ich: Jetzt erlebst du Geschichte“, fasste es ein Interviewpartner zusammen. (r)

Der Eintritt zu Ausstellung und Theateraufführung ist frei.

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