Korbach

Große Investition für kleine Knirpse

- Korbach (lb). Die Nachfrage ist groß, die Warteliste lang: Immer mehr berufstätige Eltern sind auf Krippengruppen angewiesen, um die Rückkehr ins Berufsleben zu meistern. Das Familienzentrum Kreisel stellt sich darauf ein.

Die winzige Toilette fast wie aus dem Puppenhaus macht es augenscheinlich: Wer Kleinkinder betreut, muss ein ganz besonderes Umfeld schaffen. Als einzige Einrichtung in der Kreisstadt kümmert sich der Korbacher Kreisel in seiner Kindertagesstätte am Mühlwege bereits seit 2002 um Kinder ab dem Alter von zwölf Monaten. 17 Plätze für unter Dreijährige bietet der Verein zurzeit an, seit August gibt es sogar erstmals eine reine Krippengruppe. Bedarf wäre für wesentlich mehr Plätze, aber der Kreisel hat seine Kapazitäten ausgeschöpft. Zunächst einmal will der Verein aber seine Kindertagesstätte auf das wachsende Klientel ausrichten: Schlafmöglichkeiten, Wickeltische, besondere Waschgelegenheiten und vieles mehr müssen auf die Bedürfnisse der Kleinkinder angepasst werden. Auf rund 30 000 Euro summieren sich die Ausgaben des geplanten Umbaus. Das Land Hessen hat bereits zugesagt, 90 Prozent der Kosten zu übernehmen. „Am vergangenen Freitag lag der Brief aus Wiesbaden in der Post. Jetzt warten wir noch auf das Geld, dass wir richtig starten können“, sagt Vorsitzende Brigitte Jehniger-Radke. Die neuen Toiletten für die Knirpse hat die Tagesstätte bereits mittels Spenden vorfinanziert. Die Räumlichkeiten sind das eine. „Gleichzeitig darf in dieser Altersgruppe nur eine geringere Anzahl Kinder pro Gruppe betreut werden. In der Praxis ist für die Betreuung der Krippenkinder in der Regel ein erhöhter Personaleinsatz erforderlich“, erklärt Corinna Möseler vom Kreisel-Vorstand. Dadurch sinken die Einnahmen, durch die Beiträge der Eltern und Zuschüsse allein kann der Kreisel die Aufwendungen nicht mehr decken. „Daher sind wir dringend auf Spenden angewiesen“, so Möseler. Unterstützt wird der Verein auch von der Stadt Korbach. „Der Kreisel ist ein wichtiger Bestandteil der familienfreundlichen Stadt“, erklärte am Dienstag Bürgermeister Klaus Friedrich, im Gepäck einen Scheck über 17 500 Euro als Betriebskostenzuschuss für die Kindertagesstätte. Darüber hinaus hat die Stadt in diesem Jahr bereits 7200 Euro als Mietzuschuss überwiesen. Schließlich sei der Kreisel ein Vorreiter in Korbach, so das Stadtoberhaupt: Die übrigen Kindergärten bieten eine Betreuung frühestens ab 18 Monaten an.Mehr Informationen zur Kreisel-Kindertagesstätte gibt es unter Tel. 05631/98100 und im Internet unter www.kreisel-ev.de.

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