Zuchtverein K15 Korbach feiert am Samstag 100-jähriges Bestehen

Die große Schau der Kaninchen

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Der Kaninchenzuchtverein Korbach hat auch oft einen Motivwagen für den Viehmarksumzug kreiert. Das Bild zeigt den früheren ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Rüsseler (l.) und seinen Nachfolger Hans-Jürgen Zettier.

Korbach - Sie heißen Deutsche Riesen, Zwergwidder oder Blaue Wiener - und eines haben die kleinen Nagetiere gemeinsam: Seit 100 Jahren erfreuen sie ihre Besitzer im Kaninchenzuchtverein K15 Korbach.

Es waren zwei Kaufmänner, zwei Gastwirte, ein Lehrer, ein Friseur, ein Wäscherei- und ein Druckereibesitzer sowie ein Fuhrmann, die ihrem gemeinsamen Hobby im Verein nachgehen wollten. Am 20. November 1912 gründeten die neun Herren um den Vorsitzenden Hermann Schätte deshalb den Kaninchenzuchtverein Korbach.

Fleisch war früher wichtig

„Damals war der Grund für die Kaninchenzucht aber noch ein anderer“, berichtet der heutige Vorsitzende, Hans-Jürgen Zettier. Vor allem sei es darum gegangen, gutes Fleisch und gutes Fell zu produzieren. „Da waren viele Frauen im Verein, die das Fell dann auch direkt weiterverarbeiteten.“

Das sieht heute anders aus: „Bei uns stehen Geselligkeit und Harmonie, vor allem aber auch die Ausstellungen im Vordergrund“, erklärt der 61-Jährige. Die Züchter hätten das Ziel, die verschiedenen Rassen - egal ob Groß-Silber oder Riesenschecke - immer ein Stück besser zu machen. Dabei geht es um das Gewicht, die Körperform, das Fell, die Farbe, die Krallen und viele weitere Punkte. Denn all das wird bei den Tierschauen bewertet.

Damit alle Züchter im Verein auf dem neuesten Stand sind, gibt es einmal im Monat ein Treffen im Vereinsheim am Ziegelhütter Weg. „Da wird dann zum Beispiel besprochen, wie die Krallen richtig geschnitten werden“, erklärt Zettier.

Einer der erfolgreichsten Kaninchenzüchter im Verein ist Gerhard Plett. Er hat Titel auf Landes- und Bundesebene geholt und siegte 2006 bei der Europaschau in Kassel. Für seine Verdienste wurde er zudem zum „Meister der Kurhessischen Kaninchenzucht“ ernannt. „Da muss man schon einige Titel vorweisen können“, freut sich Zettier über den Erfolg aus den eigenen Reihen.

Er selbst kam schon als Kind im Ruhrgebiet mit der Kaninchenzucht in Kontakt. Es wurde ein zeitaufwendiges Hobby, das ihn nicht mehr losgelassen hat. Zwei Stunden am Tag, „mal mehr, mal weniger“, investiert der 61-Jährige in die Zeit mit den Kaninchen. Die von Tierschützern geübte Kritik an der Haltung der kleinen Tiere kann er nicht nachvollziehen: „Die Käfige, die die Leute vor Augen haben, sind nur bei Ausstellungen so klein. Zu Hause werden die Kaninchen unter besten Bedingungen gehalten.“

Freude und Sorgen

Am Samstag stehen die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen an. Dann erwartet der Kaninchenzuchtverein K 15 Politiker, Freunde und Vertreter vom Kreis- sowie Landesverband im Hotel „Goldflair“. Darauf freut sich Zettier, doch die aktuelle Entwicklung bereitet ihm auch Sorgen. Derzeit gehören dem Verein zwölf Züchter und zwei Juniorenzüchter an - vor 80 Jahren waren es 200 Mitglieder. „Heute sind wir froh, wenn wir 60 Tiere bei einer Schau ausstellen können.“

Es sei aber schwierig, dieser Entwicklung entgegenzuwirken oder junge Menschen für die Kaninchenzucht begeistern zu können. Dazu komme, dass heute nicht mehr jeder zu Hause ohne weiteres Kaninchen halten könne. Trotzdem hofft der Verein, neue Mitglieder zu finden, zum Beispiel über einen Tag der offenen Tür, denn „die Ausstrahlung der Tiere ist einfach etwas Besonderes“.

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