Vöhl

Der großen Trauer eine Stimme geben

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- Vöhl-Marienhagen (resa). Bevor Gerda Weissflog im Dezember starb, nahm sie ihrem Mann ein Versprechen ab: Er sollte ein Buch über ihr gemeinsames Leben schreiben. Dieses Versprechen löst Uwe Weissflog aus Marienhagen mit „Gerda“ jetzt ein.

Als seine Frau am 24. Dezember 2010 in Marienhagen starb, da hielt Uwe Weissflog ihre Hand. Mehr als 35 Jahre hatte er mit ihr verbracht. Sie hatten die Welt bereist, in Los Angeles und Paris gelebt, den Luxus genossen und die niederschmetternde Diagnose Krebs ausgehalten. Auf den Tod hatten sie sich vorbereitet. „Und doch zerstörte er mich“, sagt Uwe Weissflog. Dann erinnerte er sich an das Versprechen, dass er seiner Gerda in der langen Phase der Krebserkrankung gegeben hatte: Er schrieb ein Buch über ihr gemeinsames Leben.

„Und es ist etwas entstanden, was unsere Liebe weiterträgt“, sagt er heute. Die erste Auflage seines Buches „Gerda“ ist bereits verkauft, die zweite wird in diesen Wochen aufgelegt. Es ist ein ehrliches Buch geworden, eine Liebesgeschichte, die Trauer und Entfremdung ebenso kennt wie Vergebung und Zusammenhalt. „Ich bin während des Schreibens an einen Punkt gekommen, an dem ich mich selbst anschauen musste, auch wenn es mir nicht gefiel“, sagt Uwe Weissflog. Trauerarbeit sei das Schreiben gewesen und wer das Buch liest, versteht.

Er erzählt die ganze Geschichte und beginnt mit dem traurigen Ende. Seine Frau ist gerade 60 Jahre alt, als der Krebs nach der Brust auch die Knochen erreicht und sie stirbt. Und doch: Was am Ende bleibt, ist ein anderes Bild von einem außergewöhnlichen Leben.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 8. September

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