Tierisches Vergnügen bei „Michel“ auf der Freilichtbühne

Großer Auftritt für Schafbock

+
Bereit für den großen Auftritt auf der Freilichtbühne (von links): Johann und Volker Nagel aus Altenlotheim mit Schafsbock Joseph. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Weil Kuh Sally keinen Bock hatte, muss jetzt Joseph ran: Beim Stück „Michel in der Suppenschüssel“ hat der Schafbock aus Altenlotheim seinen großen Auftritt auf der Korbacher Freilichtbühne.

Zugegeben, ganz werkgetreu wird die Aufführung im Schießhagen nicht: Bei Astrid Lindgren überlistet Lausbub Michel eigentlich eine widerspenstige Kuh, die sein Vater Anton auf der großen Auktion ersteigert hat. So hatte es auch die Freilichtbühne geplant.

Für die Rolle vorgesehen war Kuh Sally von Volker Nagel aus Altenlotheim. Denn Nagel selbst spielt Knecht Alfred im Stück, sein Sohn Johann schlüpft in die Rolle von Michel. „Nagels Kinder, Nagels Vieh“, dachten sich die Verantwortlichen der Bühne - und engagierten auch den gemütlichen Wiederkäuer. „Auf der Bühne war auch alles kein Problem“, berichtet Volker Nagel von den Proben. Sally war die Ruhe selbst.

Auch Pferde und Hühnerauf der Bühne

Nur in der Wartezeit hinter den Kulissen wurde es dem Schottischen Hochlandrind zu bunt: Sally büchste aus ihrem aus einem stabilen Bauzaun gebauten Pferch aus. Vermutlich hatte sie die Stäbe mit ihren Hörnern aufgehebelt. „Beim Stadtkrankenhaus haben wir sie wieder eingefangen“, sagt Nagel.

Mit Sallys Bühnenkarriere war es jedenfalls schlagartig vorbei. Und Josephs große Stunde hatte geschlagen: Auf der Suche nach einem Ersatz für den ausgefallenen Star kam Nagel auf den Schafbock seiner Rhönschaf-Herde. Eigentlich betreibt Joseph aktive Landschaftspflege auf geschützten Magerwiesen, jetzt muss er sich als Schauspieler beweisen. Die ersten Proben liefen erfolgversprechend - und auch hinter der Bühne bleibt Joseph gelassen. Der Schafbock ist übrigens nicht der Einzige, der bei „Michel“ für ein tierisches Vergnügen sorgen wird: „Wir haben auch Pferde und Hühner auf der Bühne“, verrät Volker Nagel.

Von Lutz Benseler

Kommentare