Sachsenberger erinnern mit Gedenkstein am Bürgerhaus an Erich Mees

„Großer Sohn der Stadt“

Lichtenfels-Sachsenberg - Ein Gedenkstein erinnert seit Sonntag am Sachsenberger Bürgerhaus an Erich Mees. Mehr als 120 Sachsenberger und Familie Mees blickten während einer gemütlichen Feierstunde auf das Leben des Lehrers, Schulleiters und Heimatforschers zurück.

Philipp greift mit seiner kleinen Hand zufrieden nach der goldenen Platte und streicht kurz darüber. Geschichte zum Anfassen will der Gedenkstein sein – erst recht für Philip. Denn der Stein erinnert an seinen Großvater. Erich Mees wurde 1923 in Sachsenberg geboren, kehrte nach dem Krieg in das Städtchen zurück und hinterließ vor allem im Schulwesen und der Heimatforschung tiefe Spuren. „Ein großer Sohn der Stadt“, wird Jürgen Römer später in seinem Vortrag erklären. Aber schon in der Kälte am Gedenkstein, als Bürgermeister Uwe Steuber, Ortsvorsteher Kurt Lechky und Ruth Mees das weiße Tuch vom Stein ziehen, werden bei Vielen Erinnerungen wach. Philipp hat seinen Großvater nie kennengelernt, aber viele Sachsenberger erinnern sich gut. „Erich Mees hat es wirklich verdient, dass es einen Ort in seiner Heimatstadt gibt, an dem ihm gedacht wird“, sagt auch Bürgermeister Uwe Steuber. Diesen Ort haben die Sachsenberger nach reiflicher Überlegung vor dem Bürgerhaus gefunden – nicht im Fasanenweg oder an der Grundschule. Auch diese Orte wären Erich Mees wohl gerecht geworden. Denn vor allem der Grundschule galt sein lebenslanger Einsatz, noch bevor er mit seiner Frau und den drei Söhnen im Fasanenweg heimisch wurde. Geboren 1923 in Sachsenberg als Sohn des Arztes Richard Mees, besuchte der junge Erich die Volksschule, begeisterte sich früh für Geschichte und erlebte den Neubau des Schulgebäudes als Junge mit. 1933 verließ die Familie die Stadt. Nach harten und verlustreichen Jahren des Krieges kehrte Erich Mees als junger Mann 1948 nach Sachsenberg zurück – wurde hier schließlich Lehrer und Schulleiter. Er heiratete Ruth Schäfer aus Neukirchen, übernahm 28 Jahre lang das Dirigat im MGV, engagierte sich für die Kirchengemeinde und den Waldeckischen Geschichtsverein. Vor allem dort fühlte er sich wohl und verstanden – denn hier teilte man sein Interesse für die Geschichte. „Sein großes Erbe sind die drei Bände der Sachsenberger Handschriften“, erinnert Dr. Jürgen Römer während der Feierstunde. In Zeiten, als der Computer noch nicht bei der Arbeit half, entzifferte Mees alte Schriften und Chroniken und schuf ein neues Werk. Bis 1998 führte er die Sachsenberger Chronik fort. Daneben schrieb er viele andere heimatkundliche Werke. „Dabei war es ihm wichtig, einem wissenschaftlichen Anspruch zu genügen“, lobt Römer, „das unterscheidet ihn von vielen anderen Heimatforschern.“ Still und nachhaltig habe er gearbeitet, erinnert Römer, das Rampenlicht meidend.Am Sonntag rückt er dann elf Jahre nach seinem Tod aber doch nochmal ins Rampenlicht: Mehr als 120 Interessierte kommen zur gemütlichen Feierstunde mit einem großen Häppchenbuffet, zu dem viele Sachsenberger ihren Teil beigetragen haben.

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