Korbach

Großes Interesse am "Gedächtnis der Stadt" - Video online

- Korbach. Wo Geschichte geschrieben wird: Hunderte Besucher haben sich am Samstag zur Eröffnung des neuen Stadtarchivs auf eine Zeitreise durch Stadt und Zeitung begeben.

Das Interesse der Korbacher am „Gedächtnis der Stadt“ war groß: Bis zum Nachmittag nutzten Hunderte die Führungen durch das neue Stadtarchiv und das Verlagsgebäude der Waldeckischen Landeszeitung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Archivs holten die historischen Schätze aus Korbachs Geschichte ans Tageslicht, erklärten die Einrichtung und die Möglichkeiten zur Recherche. Redakteure und Mitarbeiter der Technik gaben einen Einblick in die Zeitungsproduktion. Eine Ausstellung in den WLZ-Räumen zeigte außerdem die Entwicklung des Zeitungsdrucks im Waldecker Land vom 18. Jahrhundert bis heute.

Eine Bilder-Rallye lud Kinder ein zur Entdeckungsreise durch das Archiv, im Hof des Verlagsgebäudes war außerdem eine Hüpfburg aufgebaut. Für Essen und Getränke sorgten unter anderem die Korbacher Landfrauen mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffee.

„Das Stadtarchiv ist unentbehrlich, es ist das Gedächtnis unserer Stadt und ein Ort gegen Erinnerungsmüdigkeit“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich am Vormittag beim Festakt im Rathaus, der den feierlichen Auftakt des Tages der offenen Tür bildete. Die Korbacher Sängerin und Gitarristin Sarah Schulte untermalte das Programm musikalisch.

Eine Bedingung habe es für den Umzug gegeben, erklärte Friedrich: „Das Archiv soll im Herzen der Altstadt liegen.“ In der ehemaligen Druckerei des WLZ-Verlagsgebäudes habe man ideale räumliche Bedingungen vorgefunden: „Hier mussten wir keine Kompromisse eingehen“, so der Bürgermeister. Das neue Archiv sei als Impulsprojekt mit 140 000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm des Landes Hessen gefördert worden, sagte Friedrich. Das Stadtoberhaupt hob den ehrenamtlichen Einsatz der Archivmitarbeiter heraus und erinnerte an den im April verstorbenen Archivleiter Hans-Rudolf Ruppel: „Er war von Anfang an Feuer und Flamme und hat andere für das Archiv begeistern können. Er wäre stolz auf unser Archiv“, sagte Friedrich.

„Erstmals überhaupt sind die Archivalien angemessen untergebracht“, betonte Archivleiter Wolfgang Kluß. Um einen Einblick in die Arbeit des Stadtarchivs zu geben, zitierte er aus den E-Mails der vergangenen fünf Tage: Anfragen von Doktoranden und Familienforschern waren darunter, ein Anwalt war auf der Suche nach einer Sterbeurkunde aus dem Jahr 1921.

Die Stadt habe Verantwortungsbewusstsein für ihr historisches Erbe bewiesen, sagte Dr. Karl Murk vom Hessischen Staatsarchiv in Marburg. WLZ-Chefredakteur Jörg Kleine zeigte einen Film über den Umzug und lud zum anschließenden Rundgang durch Archiv und Verlagsgebäude ein.

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