Abschlussveranstaltung des Projekts „News to use“ · Teilnehmer verbessern Sprache und Allgemeinwisse

Großes Kino für junge Zeitungsleser

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Nützliche Nachrichten stehen jeden Tag in der Zeitung: Auszubildende der Energie Waldeck-Frankenberg und des Korbacher Continental-Werks nahmen an der Abschlussveranstaltung des Projekts „News to use“ im Frankfurter Cinemax teil. Unser Bild zeigt (v.l.) die Auszubildenden Lukas Wilhelmi und Kai Glänzer (beide EWF), Patrik Wujta, Tobias Westmeier, Samet Bulut und Erich Fuhr (alle Continental) mit Conti-Ausbildungsleiter Dr. Thomas Fölsch. Kai Glänzer und Patrik Wujta konnten sich außerdem über de

Korbach/Frankfurt - Im Frankfurter Cinemax Metropolis ging die erste Auflage des Projekts „News to use“ zu Ende. Wissenschaftler attestieren den Absolventen: Allgemeinwissen und Sprachkompetenz haben sich verbessert.

Das Projekt „News to use“, eine Initiative der hessischen Zeitungsverleger, will jungen Menschen einen Weg zur Zeitung eröffnen – und damit zu einer Stärkung ihres Allgemeinwissens. In Zusammenarbeit mit heimischen Betrieben haben die Waldeckische Landeszeitung und Frankenberger Zeitung dafür gesorgt, dass Auszubildende ein Jahr lang morgens kostenlos eine Zeitung im Briefkasten hatten. Während die Betriebe die Kosten für das Abo übernahmen, finanzierten die Zeitungsverlage die Auswertung des Projektes. Zu Beginn und zum Ende absolvierten die Auszubildenden einen Test. Während der Projektzeit beantworteten die Teilnehmer regelmäßig Fragebögen: Darin wurde das Wissen abgefragt, das sie durch das tägliche Zeitungslesen erworben haben. Für die Auswertung der Ergebnisse war die Universität Gießen verantwortlich. Am Projekt beteiligt waren die heimischen Unternehmen HOPPE (Bromskirchen), Continental (Korbach), FingerHaus (Frankenberg), Veltum (Sachsenhausen), Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und Tulla Gerüstbau (beide Korbach) sowie das Berufsförderungswerk, die Stadt Korbach, die Gemeinde Willingen und die Stadt Frankenberg,. Um die Vorteile des Zeitunglesens jungen Menschen näherzubringen, verfolgen die Verlage, wie Dr. Wolfgang Maaß, Vorsitzender des Hessischen Zeitungsverlegerverbandes, aus-?führte, nicht nur wirtschaftliche Interessen. Es gehe ihnen auch um ihren Auftrag zur Meinungsbildung. Weil zurzeit nur rund 40 Prozent der Deutschen im Alter von 14 bis 29 Jahren Zeitung lesen, konzentrieren sich Projekte wie „News to use“ auf junge Leute. Die Wissenschaftler des Gießener Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) um die Professoren Dr. Katrin Lehnen und Dr. Henning Lobin zeigten sich mit den Untersuchungsergebnissen zufrieden: l?Von den Auszubildenden, die Einstiegs- und Abschlusstest absolviert haben, sagten 70 Prozent, dass sie die Zeitung als Medium schätzen gelernt hätten. l?Im Wissenstest verbesserte sich die Durchschnittsnote dieser Azubis im Projektverlauf von 3,16 auf 2,8 (beste Note 1, schlechteste 6). l?Die begleitenden Wissens- und Sprachkompetenz-Tests führten dazu, dass die Auszubildenden intensiver lasen. l?Die Auszubildenden, die im Projektverlauf sämtliche zehn Tests absolvierten, haben auch ihre Lese- und Schreibkompetenz deutlich verbessert. Ihre Erörterungen und auch die einzelnen Sätze seien länger geworden. Im Schnitt waren die zuletzt eingereichten Aufsätze um rund 500 Wörter länger, ihre Sätze näherten sich mit durchschnittlich 18 Wörtern dem Niveau professioneller Schreiber (über 20). l?81 Prozent der Teilnehmer stimmten der Aussage zu, dass sich ihre Allgemeinbildung verbessert habe. (ts/tk)

Hintergrund

„Das einjährige Projekt in Kooperation mit der WLZ-FZ hat unseren Auszubildenden nicht nur gut gefallen, vielmehr konnten wichtige Kompetenzen ausgebaut werden“, resümiert Dr. Thomas Fölsch, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Continental. Im vergangenen Jahr hatte das Korbacher Unternehmen je einen Auszubildenden aus dem Elektro-, Logistik-, Metall- und Verfahrenstechnikbereich ausgewählt und ihnen damit die Teilnahme „an diesem spannenden Projekt“ ermöglicht. Auch die Auszubildenden waren begeistert. So berichteten sie von gesteigertem Interesse, sich regelmäßig über das aktuelle wirtschaftliche und politische Tagesgeschehen zu informieren. Zu den Teilnehmern zählten auch sechs der insgesamt 18 EWF-Auszubildenden. Für den kommunalen Energiedienstleister stehen laut Geschäftsführer Stefan Schaller „seit Langem persönliche Stärken und soziale Kompetenzen der Mitarbeiter im Vordergrund“. Denn für die Anforderungen des Berufs „reichen gute Noten längst nicht mehr aus“. Vielmehr gehörten „Verständnis der hochkomplexen Energiepolitik und ein gutes Allgemeinwissen selbstverständlich dazu“. Um diese wesentlichen Faktoren habe, so Schaller weiter, „das von Redakteurin Theresa Demski hervorragend betreute Projekt ,News to use‘ die Ausbildung bereichert“.(tk)

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