Neujahrsempfang mit Landeschef Tarek Al-Wazir

Grüne setzen auf Rückenwind

Korbach - Die Grünen in Waldeck-Frankenberg haben „Lust auf mehr“: Beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend in Korbach markierte Grünen-Landeschef Tarek Al-Wazir den Weg – der die Ökopartei mit der Hessenwahl an die Regierung bringen soll.

Über 100 Gäste tummelten sich am Donnerstagabend beim Grünen-Empfang im Bürgerhaus – aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Auch Gäste von CDU bis SPD mischten sich darunter, um die Rede des Spitzenmanns der hessischen Grünen zu verfolgen. Keine Frage: Nach dem Wahlkrimi in Niedersachsen mit knapper rot-grüner Mehrheit zeigten sich die Waldeck-Frankenberger Parteikollegen bester Laune. „Ein freudiges Ereignis. Das macht Lust auf mehr“, kommentierte Grünen-Kreisvorsitzender Jens Deutschendorf mit Blick auf die Landtagswahl in Hessen. Seine Kollegin an der Parteispitze, Caroline Tönges, sekundierte: „Wir möchten Daniel May und Jürgen Frömmrich wieder nach vorne bringen“ als Abgeordnete aus Waldeck-Frankenberg. Ganz vorne steht dabei Tarek Al-Wazir. Für seine spitze Zunge ist der Häuptling der hessischen Grünen und Fraktionschef im Landtag bekannt: „Ich bin Offenbacher und kann Ihnen sagen, Ihnen geht’s gut – auch wenn Sie es selbst nicht glauben“, hieß Al-Wazirs kommunale Finanzanalyse für Waldeck-Frankenberg. Warum nun die CDU-FDP-Koalition in Wiesbaden die Landtagswahl mit der Bundestagswahl im September koppeln will? „Weil sie hoffen, dass alles im Getöse des Bundestagswahlkampfs untergeht“ – und Ministerpräsident Volker Bouffier „sich hinter Muttis breitem Rücken verstecken kann“. Will heißen: Bouffier hat nach Ansicht der Grünen deutlich schlechtere Sympathiewerte als der in Niedersachsen abgewählte Regierungschef David McAllister. Nach 15 Jahren seien CDU und FDP an der Regierung ausgelaugt. So hoffe Bouffier, sich im Sog von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch retten zu können. Diese Rechnung gehe indes nicht auf, hofft Al-Wazir. Und dafür nannte er beim Empfang in Korbach vor allem drei politische Punkte: Schulpolitik, Energiepolitik und Verkehrspolitik. Nur durch den politischen Druck nach der Reaktorkatastrophe in Japan hätten CDU und FDP „den Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg“ der Energiewende beschlossen. Der Merkel-Regierung in Berlin fehle es jedoch am Konzept für die Zukunft. Al-Wazir bekannte sich dabei klar für den Ausbau der Windkraft in Hessen. Zumal Windkraft im Binnenland die preisgünstigste alternative Energiequelle sei. Bürgerbeteiligung und bürgerfreundliche Informationspolitik seien bei der Standortwahl für neue Windmühlen indes sehr wichtig. In der Schulpolitik forderte Al-Wazir ein Ende der in Hessen typischen ideologischen Debatten und „Zwangsbeglückung aus Wiesbaden“.Wie Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf und Caroline Tönges zog Grünen-Landtagsabgeordneter Jürgen Frömmrich zufrieden Resümee in der Kreispolitik. Die „Kernkoalition“ aus SPD und Grünen (mit Unterstützung der Linkspartei) habe seit der Kommunalwahl 2011 mit Kurhessenbahn, Stärkung des Kreiskrankenhauses in Frankenberg, Haushaltskonsolidierung und Schulentwicklungsplan wichtige Weichen gestellt. (jk)

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