Korbach: Waldbewirtschaftung künftig nach FSC- oder PEFC-Standard?

Grüne und SPD wollen neues Zertifikat

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- Korbach (jk). Grüne und SPD möchten ein neues Gütesiegel für den Korbacher Stadtwald. Im Unterholz gibt es deshalb seit Monaten ein politisches Tauziehen.

Seit der Kommunalwahl im Frühjahr 2011 steht Waldbewirtschaftung in Hessens Städten und Gemeinden verstärkt auf der Tagesordnung. Die großen Naturschutzverbände riefen zu mehr „Naturnähe“ auf in den Wäldern von Städten und Gemeinden. Dieses Ziel sehen die Naturschützer insbesondere durch eine Zertifizierung nach FSC-Standard verwirklicht. Denn die Regeln des „Forest Stewardship Council“ seien ausgewogener, ökologischer – und das Holz am Ende auch wertvoller.

Die meisten Wälder in Deutschland sind indes nach dem sogenannten PEFC-Standard zertifiziert: „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Das umfasst in Deutschland etwa zwei Drittel der Waldfläche (rund 7,3 Millionen Hektar), während nach FSC weniger als fünf Prozent (rund 480 000 Hektar) zertifiziert sind. Auch der Korbacher Stadtwald wird seit 2002 nach PEFC-Regeln bewirtschaftet – wie die Flächen des Staatswaldes, der Domanialverwaltung und vieler Waldgenossen auch. Dienstleister im Auftrag der Stadt ist dabei das Forstamt Diemelstadt (Hessen-Forst).

Die Korbacher Grünen-Fraktion brachte FSC voriges Frühjahr für den Korbacher Stadtwald auf den Tisch. Grüne und SPD beantragten dann gemeinsam, den Korbacher Stadtwald nach neuen Regeln zu bewirtschaften. Doch die Unterschiede der Systeme, Vor- und Nachteile, sind für Laien nur schwer zu durchschauen. Allerdings ist Korbach als größte Stadt in Waldeck-Frankenberg ein vergleichsweise bescheidener Waldbesitzer. Nur rund 240 Hektar sind Eigentum der Stadt, der größte Teil in Korbachs Grenzen gehört privaten Waldbesitzern oder dem Domanium. So sei der Erlös aus dem „Flickenteppich“ des Stadtwalds sehr gering, erläuterte Bürgermeister Klaus Friedrich.

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