Diemelsee

Grundsanierung der Mittelpunktschule Adorf soll 2011 beginnen

- Diemelsee-Adorf (nv). Als die Diemelseer ihr Unverständnis über den Ablauf der Sanierung an der MPS Adorf öffentlich machten, schlugen die Wellen im Kreishaus hoch. Eltern, Schüler, Lehrer und Politiker diskutierten am Dienstag über die Zukunft der Schule.

„Wir haben großen Sanierungsbedarf. (...) Den Eltern ist schwer zu vermitteln, warum die Sanierung gerade im naturwissenschaftlichen Trakt, der 1992 errichtet wurde, startet“, hatte Jürgen Wohlfart, Leiter der Mittelpunktschule Adorf, am 20. November in der WLZ erklärt. Freude und Unverständnis lägen mit Blick auf die gestartete Sanierung eng beieinander, hatte er auf sich ausbreitende Schimmelpilze in den 1963/64 errichteten Grundschulgebäuden verwiesen.

„Dieser Artikel hat für Wirbel und verärgerte Anrufe aus dem Kreishaus gesorgt“, schildert Wohlfart Eltern, Schülern, Lehrern und (Kreis-)Politikern am Dienstagabend. Der Schulelternbeirat hatte zu einem Informationsabend über die Zukunft der MPS eingeladen. Vier der fünf Kreistagsfraktionen entsendeten Vertreter: Claudia Ravensburg, zugleich Mitglied des Hessischen Landtags (CDU), Wilhelm Arnold (FWG) und Dieter Schütz (FDP) folgten der Einladung. Hannelore Behle (SPD) war gleich in mehrfacher Funktion zu Gast: als Kreistagsmitglied, Vorsitzende des Diemelseer Gemeindeparlaments und Lehrerin der MPS.

„Damit Sie sich ein Bild davon machen können, wie dringend die Sanierung ist, möchten wir sie zu einem Rundgang durch die Schulgebäude mitnehmen“, erläuterte Elternbeiratsvorsitzende Sonja Witsch. Der Großteil der Gebäude sei 1963 erbaut worden. „Viele der Eltern kennen die Räume noch aus ihrer Schulzeit“, sagt Wohlfart während der Besichtigung, die zu drei markanten Stationen führt: 1. Grundschultrakt: Ein Gutachten hat den Befall mit gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen bestätigt. „Nach dem Pressebericht hat der Kreis die Schäden schnell und unbürokratisch behoben“, dankt der Schulleiter für das Engagement des Eigenbetriebs Gebäudemanagement. Statt schwarzem Schimmel ziert frische Farbe die Wände. „Wer sich mit Schimmel auskennt, weiß aber, dass oberflächliche Behandlung nicht genügt“, fordert ein Vater die Komplettsanierung der muffig riechenden Räume. 2. Toiletten: Blanke Porzellanbecken, blätternder Lack – für Wohlfart ist der Zustand der WCs unzumutbar. Gleiches denken die Schüler: Zwei Briefe mit der Bitte um Sanierung haben die Kinder der vierten Klasse an Landrat Dr. Reinhard Kubat geschickt. 3. Hauptgebäude: Wie auch im Grundschultrakt sorgen Betonwände und Eternitdächer für große Probleme bei der Wärmeisolierung. „Der einzige Fluchtweg aus den oberen Räumen ist das Treppenhaus“, fügt Wohlfart hinzu. Das sei heute unzulässig. Zwar werden derzeit aus dem Konjunkturprogramm rund 650 000 Euro in Brandschutz inklusive Fluchtwegebau und Dämmung investiert, aber das Geld fließt in den Umbau des naturwissenschaftlichen und damit neuesten Trakts.„Über den Sanierungsbedarf sind sich alle Fraktionen einig“, betont Arnold.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 17. Dezember 2009.

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