Korbach

Gudrun Limperg als Vize-Bürgermeisterin gewählt

- Korbach (jk). In der Korbacher Kommunalpolitik übernehmen Frauen dominierende Ämter: Das neue Parlament wählte am Donnerstagabend Gudrun Limperg zur Ersten Stadträtin und Lieselotte Hiller zur Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung.

Wenn es der Auftakt war für mehr Harmonie und Rückkehr zu den berühmten "Korbacher Verhältnissen", dann ist es dem neuen Parlament am Donnerstagabend bestens gelungen. Stadt und Fraktionschefs hatten die Sitzung so gut vorbereitet, dass die konstituierende Versammlung ihre Aufgaben und Wahlen im ICE-Tempo erledigte. Nach rund anderthalb Stunden war der Wahlmarathon zum Auftakt jeder Legislatur erledigt.

Mehr Frauen, jünger, neue Mehrheiten – so stellt sich das Parlament der Kreisstadt dar. Einstimmig wählten die Fraktionen Lieselotte Hiller (SPD) zur neuen Stadtverordnetenvorsteherin. Die 52-jährige Betriebswirtin folgt Heinz Merl (CDU), der die Aufgabe in den vergangenen zehn Jahren souverän gemeistert hatte. Merl ist künftig Fraktionschef der CDU. Mehrheitlich ging dann auch der gemeinsame Wahlvorschlag von SPD und Grünen für die Besetzung des Magistrats durch. Damit erhielt Rot-Grün sechs Stadträte (von insgesamt zehn) – und Gudrun Limperg (66) wurde zur Ersten Stadträtin gewählt. Die erfahrene SPD-Frau und frühere Leiterin der Humboldt-Schule übernimmt als Vize-Bürgermeisterin das Amt von Karl-Heinz Meier (CDU), der schon bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidierte. Weitere Mitglieder im Magistrat: Günther Trachte, Wilhelm Kappelmann, Reinhold Sude (alle SPD), Bernd Kramer, Friedrich Bachmann (beide Grüne), Reinhard Müllenhoff, Ulrike Tönepöhl, Günter Schlund (alle CDU) sowie Heinz Graf (Freie Wähler). Kampfabstimmungen oder interfraktonelle Absprachen, um auch der FDP einen Sitz im Magistrat zu ermöglichen, gab es nicht. Die Liberalen sind von drei auf zwei Sitze durch die Kommunalwahl "geschrumpft". Als Einzelabgeordneter sitzt zudem Hans-Georg Münch (Republikaner) im Parlament.

Auch die Besetzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Ausschuss für Bauen und Umwelt verlief reibungslos. Ebenso einstimmig wählte das Parlament die neuen Vertreter in Aufsichtsräten, Verbandsversammlungen und Kommissionen – ob Krankenhaus, Energie-Waldeck-Frankenberg (EWF), Wirtschaftsförderung oder Abwasserverbände.

Als neuer Chef der stärksten Fraktion appellierte Martin Dörflinger (SPD) zu offenem, fairem und sachlichem Umgang im Parlament: "Wir wollen nicht aufrechnen, sondern den Blick nach vorne werfen." Hintergrund waren teils heftige politische Auseinandersetzungen zwischen 2001 und 2009 mit der bürgerlichen "Kooperation" aus CDU, FW und FDP. Bürgermeister Klaus Friedrich wünschte sich "enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit allen Fraktionen und im neuen Magistrat.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 16. April.

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