Stadtverordnete ebnen Weg für Conti-Logistikhalle · Keine Zuschüsse für Kreisel-Bau

Günstig ins Gewerbegebiet

Korbach. - Weil es keine Landesmittel für den Bau eines Kreisverkehrs gibt, diskutieren die Stadtverordneten neu über die günstigste Anbindung des Gewerbegebiets Raiffeisenstraße.

Den Anstoß dazu gaben bei der Sitzung am Donnerstag die Grünen. Werner Welsch äußerte die Hoffnung, „dass jetzt klammheimlich die Einsicht gesiegt hat“ und Abbiegespuren gebaut werden. Ob es dazu tatsächlich kommt, bliebt allerdings offen.

Zwar bestätigte die Verwaltung, dass mit einem 50-prozentigen Zuschuss aus Wiesbaden entgegen ersten Einschätzungen nicht gerechnet werden könne. Allerdings soll eine Kreisel-Variante mit reduziertem Kanalbauprogramm und ohne Radwegaufschüttung den Einnahmeverlust kompensieren, wie Helmut Schmidt (SPD) aus einem Gespräch berichtete, das Bürgermeister Klaus Friedrich und Vertreter aller Fraktionen mit der Conti-Werksleitung führten. Dabei sei auch verdeutlicht worden, dass schnell gebaut werden müsse. Denn bis zum Jahresende soll die neue, rund 40 000 Quadratmeter große Conti-Reifenlogistikhalle fertiggestellt sein (wir berichteten).

Mehr als 40 Lkw pro Tag

Werde dieses Lager gebaut, falle vermutlich auch erheblich mehr Lkw-Verkehr als bislang gedacht an, sagte FDP-Fraktionschef Arno Wiegand. Bisher wurde in der Kreisel-Debatte mit 40 Lastern pro Tag kalkuliert. Für dieses vergleichsweise geringe Aufkommen muss nach Ansicht der Kritiker aus der SPD- und der Grünen-Fraktion kein Kreisverkehr für schätzungsweise 600 000 Euro gebaut werden.

Die Conti-Pläne sehen vor, das bisher in Hallen am Elfringhäuser Weg eingerichtete Zweiradreifen-Lager ins Gewerbegebiet Raiffeisenstraße zu verlegen. So entsteht Platz für Fertigungsanlagen zur Produktion von Hochgeschwindigkeitsreifen. In dieses Technologiezentrum sollen bis 2018 mehr als 40 Millionen Euro investiert werden.

Das Vorhaben des größten Korbacher Arbeitgebers stieß in der Stadtverordnetenversammlung auf „uneingeschränkte Zustimmung“, wie es SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger ausdrückte. Durch die „positive Weiterentwicklung des Industriestandortes Korbach“ würden, so seine Hoffnung, die Conti-Arbeitsplätze „für mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte gesichert“.

Die Weichen stellten die Stadtverordneten dann einstimmig mit dem Beschluss, das entsprechende Grundstück zu veräußern und den im Dezember beschlossenen Bebauungsplan für ein vereinfachtes Verfahren zu ändern. Dieses sieht vor, dass die zunächst als öffentliche Verkehrsfläche im Gewerbegebiet ausgewiesenen Erschließungsstraßen innerhalb des insgesamt rund 18 Hektar großen Gewerbegebiets bei Bedarf auch als Gewerbeflächen genutzt werden können.(tk)

Kommentare