Delegation aus namibischen Gemeinden zu Gast im Kirchenkreis

Gute Partnerschaft weiter vertiefen

Korbach/Willingen - Dorothea hat als 15-Jährige einmal davon geträumt, Deutschland zu besuchen. Jetzt endlich ist der Wunsch Wirklichkeit geworden: Als Mitglied einer Delegation aus den namibischen Partnergemeinden ist die Kirchenvorsteherin drei Wochen lang im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg zu Gast.

Die Mitglieder des Partnerschaftsausschusses und die Gastgeber bereiteten den vier Vertretern der Macedonia- und der Ephesergemeinde am Montag einen herzlichen Empfang. Alle Beteiligten freuen sich auf erfüllte Tage mit intensiven Begegnungen, interessanten Gesprächen und gemeinsamen neuen Erfahrungen, die dazu beitragen, dass die Partnerschaft weiter an Tiefe gewinnt. Die engen Kontakte zu den Gemeinden in Katutura, einem Stadtteil der namibischen Hauptstadt Windhoek, gehen zurück bis in die früher 1980er-Jahre. Maßgeblichen Anteil am Aufbau der Partnerschaft, die 1985 offiziell besiegelt wurde, hatte der damalige Korbacher Dekan Helmut Will. Sein Sohn Matthias leitet heute gemeinsam mit dem Willinger Pfarrer Christian Röhling den Partnerschaftsausschuss. Alle zwei Jahre findet eine Delegationsreise statt. So nahm zuletzt eine Abordnung aus dem Kirchenkreis des Eisenbergs 2012 an den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der „Groot Kerk“ in Katutura teil, die von der Epheser- und der Macedoniagemeinde gemeinsam genutzt wird. Beim Gegenbesuch der vier Namibier geht es jetzt schwerpunktmäßig um das Thema „Bewahrung der Schöpfung“, wobei sich der Fokus insbesondere auf erneuerbare Energien richtet. Zur Delegation gehören Pfarrer Lorenst Kuzatjike, der mehrere Jahre im Kirchenkreis Wetzlar tätig war und auch schon wiederholt Korbach sowie das Upland besucht hat, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees der Ephesergemeinde, Ralph Skrywer, Kirchenvorsteherin Dorothea Gawases und Lehrerin Mathilde Shihepo, die sich in der Sonntagsschule engagiert. Die Gäste bleiben bis zum 5. Oktober in Deutschland. Sie sind alle privat untergebracht – zunächst in Korbach und in der zweiten „Halbzeit“ in der Uplandgemeinde –, sodass auch auf diesem Wege weitere Brücken in die Gemeinden gebaut werden. Der Delegationsbesuch wird von „Brot für die Welt“ unterstützt. In den nächsten Tagen wartet ein aufschlussreiches Besichtigungs- und Informationsprogramm auf die namibischen Freunde und die Mitglieder des Partnerschaftsausschusses. Es umfasst bereits verwirklichte Projekte wie den Windpark Neudorf, das Heizkraftwerk der Continental-Werke oder die Solarzellen auf dem Dach des Korbacher Feuerwehrstützpunkts ebenso wie angedachte Vorhaben, zum Beispiel den eventuell geplanten Pumpspeichersee auf dem Hohen Eimberg bei Willingen. Ein Besuch bei der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) und bei der Kasseler SMA Solar Technology AG fehlt ebenso wenig wie eine Besichtigung der Firma Viessmann in Allendorf. Ein Ziel des Delegationsbesuchs ist es, konkrete Anregungen für ein in Katutura ins Auge gefasstes Projekt zu sammeln und gemeinsam Ideen für den Einsatz erneuerbarer Energien zu entwickeln. Daneben kommen Begegnungen auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene nicht zu kurz (Besuch im Religions- und Konfirmandenunterricht, im Kindergarten der Korbacher Markusgemeinde, im Eine-Welt-Laden und im Landeskirchenamt, Teilnahme an der heute in Korbach stattfindenden Pfarrkonferenz und am Gospelkirchentag in Kassel, Ausflug nach Eise­nach mit Wartburg und Bach-Haus, Gespräche mit den Bürgermeistern von Willingen und Korbach und vieles mehr).Gelegenheit zur Begegnung mit den Gästen aus Afrika besteht unter anderem bei folgenden Veranstaltungen: Donnerstag, 18. September, 18.30 Uhr, Bibelteilen im evangelischen Gemeindezentrum Willingen; Mittwoch, 24. September, Taizé-Abend in Korbach; Sonntag, 28. September, 10 Uhr, Männergottesdienst in der Korbacher Markuskirche; 18 Uhr, Abendgottesdienst in Willingen (Predigt: Lorenst Kuzatjike); Sonntag, 5. Oktober, Erntedankfest in der Korbacher Johannesgemeinde. Von Ulrike Schiefner

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