Korbach

Die guten ins Töpfchen …

- Korbach (jk). Die Firma KoCoS hat ein Prüfsystem für die Lebensmittelindustrie entwickelt. Selbst Branchenriesen wie Nestlé blicken deshalb in die Korbacher High-Tech-Schmiede.

Ob Babynahrung, Marmelade, Joghurt oder Fruchtsaft – millionenfach laufen solche Produkte täglich in Fabriken übers Band. Damit die gute Kost auch ohne Konservierungsstoffe haltbar bleibt, wird sie im Vakuum verpackt.

Doch wehe, der Deckel schließt nicht luftdicht, dann wird der Inhalt ruckzuck schlecht. Die Aufgabenstellung für Messtechnik-Experten wie die KoCoS AG aus Korbach klingt zunächst einfach: Im Vakuum wird der Metalldeckel auf dem Glasbehälter regelrecht festgesaugt – und wölbt sich leicht nach innen. Kommt Luft hinein, weicht die Spannung aus dem Deckel. Vorsicht also in der Küche zu Hause, wenn sich das scheinbar frische Nahrungsglas allzu leicht öffnen lässt: Der Inhalt kann verdorben sein.

Früher klopften Prüfer am Band mit Löffeln auf die Deckel, um zu horchen, ob der Behälter auch dicht ist. Doch das bremst enorm die Produktion. Heute gibt es technische Verfahren, um Verdächtiges vom Band zu schubsen. Aber der Ausschuss ist bei Lebensmitteln vielfach noch sehr hoch. Statt fünf bis zehn Prozent Ausschuss verheißt geniale Technik von KoCoS deutlich bessere Ergebnisse, schildert Unternehmenschef Thomas Becker: Bis auf 0,5 Prozent kann das Prüfsystem von KoCoS den Ausschuss reduzieren. Das verheißt enorme Einsparungen für die Lebensmittelindustrie.

Die technische Lösung dafür ist höchst komplex und hat KoCoS-Ingenieure an den Standorten Korbach und Weimar wahrlich herausgefordert. Sensoren mit Laseroptik erfassen quasi wie eine Kamera jeden Deckel auf dem Laufband. Verbunden ist dies mit einem leistungsstarken Computer. Das Elektronenhirn gibt dabei vor, wie ein perfekter Vakuum-Deckel auszusehen hat, und bestimmt die Toleranzen. Entdecken die Sensoren nunmehr ein Glas, das den Anforderungen nicht genügt, kommt die dritte Kraft von KoCoS ins Spiel: Ein durch Luftdruck bewegter „Pusher“, der das Glas mechanisch vom Band kickt – schnell und behutsam zugleich.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 3. September.

Kommentare