Manuela Mohr neue Pfarrerin für die Nikolaigemeinde II und die Kirchengemeinde in Lelbach

„Haben die Herzen im Sturm erobert“

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Kirchenvorstände und Kollegen begrüßten die neue Pfarrerin in der Nikolaikirche: (v.l.) Sabine Göbel, Pfarrer Günter Engemann, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Pfarrerin Manuela Mohr, Günter Schlund und Werner Nagel.

Korbach - Die evangelische Nikolaigemeinde und die Kirchengemeinde in Lelbach haben ihrer neuen Pfarrerin Manuela Mohr einen herzlichen Empfang in Korbach bereitet.

Es war ein spannender Augenblick am Sonntag, als die junge Pfarrerin zur Kanzel in der ehrwürdigen gotischen Kirche der Korbacher Kaufleute emporstieg. Neugierig, voller Erwartung richteten die Gottesdienstbesucher ihre Augen auf Manuela Mohr (34), die zur Einführung in der Nikolaikirche ihre erste Predigt hielt.

Die „Heilung am Teich Bethesda“ (Johannes 5, 1-9) wählte sie zum Thema, bei dem es um Hoffnung, Einsamkeit und Gottvertrauen geht. Vor den Toren Jerusalems weckt Jesus neue Kraft in einem Mann, der 38 Jahre lang einsam und krank dahinsiechte. Durch Fürsorge und Vertrauen in Jesus setzt sich der Mensch in Bewegung und wird geheilt - auch wenn es am heiligen jüdischen Sabbat ist.

„Gott wirkt jeden Tag“, betont die Pfarrerin und appelliert: „Wir müssen zupacken“, uns in Bewegung setzen, dann lassen sich auch Schicksalsschläge und schier hoffnungslose Situationen überwinden.

Freundlich, selbstbewusst

Diesen Optimismus durfte die neue Pfarrerin zum Antritt in Korbach auch bei ihren Gemeinden, den Kirchenvorständen und Kollegen der christlichen Konfessionen in der Hansestadt gestern spüren. Kantor Bernd Wahl und Hans Bärenfänger lieferten dazu im Duett mit Orgel und Trompete ein festliches musikalisches Menü.

Dekanin Eva Brinke-Kriebel überreichte Manuela Mohr die Ernennung durch Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. „Ich kann Ihnen versichern, dass viele Menschen sich mit Ihnen und über Sie freuen“, unterstrich die Dekanin. Zugewandt, freundlich, selbstbewusst und engagiert habe sich Manuela Mohr in der Vorstellungsrunde gezeigt: „Sie haben unsere Herzen im Sturm erobert“, resümierte Eva Brinke-Kriebel. Mit Mut und Gitarre möge die Pfarrerin „ein neues Lied anstimmen“ in der Gemeinde.

Manuela Mohr wechselte von Schwarzenborn nach Korbach und ist Nachfolgerin von Rüdiger Dierks als Pfarrerin für die Nikolaigemeinde II und die evangelische Gemeinde Lelbach. Der Empfang für sie am Nachmittag im Bürgerhaus bei Kaffee und Kuchen war herzlich und fröhlich. Dafür sorgte auch das temperamentvolle Ensemble der „Singenden Frauen“. Werner Nagel, Vorsitzender der evangelischen Stadtkirchengemeinde, hatte ein Nisthäuschen für den Garten am Pfarrhaus parat. Bürgermeister Klaus Friedrich überreichte ein Buch zur Stadtgeschichte, der katholische Domkapitular Gisbert Wisse ein Buch über Papst Franziskus, Pastor Christian Kugler (Evangelische Gemeinschaft) eine Kerze.

Der Gemeindeausschuss Nikolai hatte einen kleinen Baum aus Metall im Gepäck: „Mögen Sie Wurzeln schlagen und einen guten Halt finden“ in Korbach, wünschte Sabine Göbel. Die Kirchengemeinde in Lelbach hatte dazu die nötige Stärkung mitgebracht - ob Gummibärchen der Gottesdienstkinder, Wasser der Konfirmanden, Erdnüsse der Jugendgruppe oder Zucker vom Kirchenchor.

Viel Symbolkraft strahlten die Geschenke aus, das galt auch für die Präsente der Pfarrerkollegen aus Korbach. Mit Schalk im Nacken zog Oliver Okun eine Christophorus-Figur hervor, der als Schutzpatron seine Wirkung entfalten soll. Und damit sich auch der Labrador von Manuela Mohr im neuen Korbacher Zuhause wohlfühlt, gab‘s noch einen Hundeknochen mit dazu. (jk)

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