Geflügelschau in Lelbach: Züchter aus ganz Deutschland zeigen Zwerg-Italiener

Hähne geben den Ton an

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Die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins 1912 Korbach richteten eine Schau mit Zwerg-Italienern in der Homberghalle in Lelbach aus.

Korbach-Lelbach - 350 Zwerg-Italiener in der Homberghalle - und es geht nicht um Berlusconis Familientreffen: Züchter dieser Hühnerrasse sind mit ihren Tieren aus ganz Deutschland nach Lelbach gekommen. Aufgeplusterte Gockel gab es dabei aber trotzdem zu sehen.

Unter den 350 gefiederten Exponaten geben eindeutig die Hähne den Ton an: Das Gefieder aufgeplustert und mit gellenden Kikeriki macht einer nach dem anderen auf sich aufmerksam. Ausstellungsleiter Dirk Emde vom Geflügelzuchtverein Korbach schraubt die Lautstärke seiner Stimme noch einen Tick höher, um gegen das ohrenbetäubende Konzert der Zwerg-Italiener anzukommen.

„Das ist im Prinzip wie bei einer Schönheitskonkurrenz“, erklärt er die Schau. Preisrichter begutachten die Tiere, prüfen, wer am meisten dem Ideal entspricht: Lebhaft, elegant, mit stolzer Haltung und fließenden Linien soll es sein, dann gibt es auch viele Punkte.

Als Ausrichter der Hauptsonderschau stellen die Korbacher an diesem Wochenende nicht selbst aus. „Wir haben nur die Arbeit“, sagt Emde und schmunzelt. Dennoch: Der Aufwand ist enorm, fast alle der rund 60 Mitglieder des Korbacher Vereins packen mit an, unterstützt von den Familienangehörigen. „Für uns bedeutet das, fünf Tage nonstop im Einsatz“, sagt der Vereinsvorsitzende. Schon am Donnerstag haben die Mitglieder die Homberghalle hergerichtet, am Freitag reisen die Züchter mit ihren Tieren an, am Samstag läuft die Schau, am Sonntag reisen die Züchter wieder ab, und am Montag wird abgebaut.

Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn, dann hätt’ ich nicht viel zu tun, mag sich Emde manchmal denken. In den zu langen Reihen aufgebauten Käfigen herrscht allerdings reges Treiben. Es wird gescharrt, gekräht, gegackert und ab und zu auch mal ein Ei gelegt. Obwohl alle Tiere der gleichen Rasse angehören, sehen sie ganz unterschiedlich aus. Manche haben rote Federn, andere sind schwarz-weiß gescheckt, andere wiederum perlgrau mit orangefarbenen Akzenten. In 19 von insgesamt 22 Farbenschlägen sind die Zwerg-Italiener in Lelbach vertreten. Über die Zucht wacht seit 1939 der „Sonderverein der Zwerg-Italiener-Züchter aller Farbenschläge“, Vorsitzender ist Maik Saure aus Usseln.

Die Kennzeichen an den Autos vor der Halle verraten, woher die mehr als 30 Hühnerzüchter nach Lelbach gekommen sind: Heuchelheim, Gütersloh oder der Erzgebirgskreis in Sachsen sind unter anderem zu sehen. „Manche hatten eine Anfahrt von fünf bis sechs Stunden“, sagt Emde.

Mit den Hühnern aufstehen müssen die sieben Preisrichter: Ab 6.30 Uhr bewerten sie am Samstagmorgen die Tiere. Wenn die Schau mittags für Besucher geöffnet wird, stehen die prämierten Hennen und Hähne schon fest. (lb)

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