Verein „Wir in Sachsenberg“ bringt Tafeln an historischen Wohnhäusern an

Häuser erzählen ihre eigene Geschichte

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35 Häuser erzählen jetzt in Sachsenberg ihre Geschichte. Was sie zu berichten haben, erfuhren (v. l.) Ludwig Artzt, Hausbesitzer Irma und Otto Götz, Adolf Winkler und Michael Kinzel.Foto: tt

Lichtenfels - Sachsenberg. - Viele Häuser, die 100 Jahre und älter sind, finden sich in der Altstadt Sachsenbergs. Jedes Haus hat eine eigene Geschichte über Besitzer, Familien und das Leben in Sachsenberg. Anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Stadtrechte“ kam dem Verein „Wir in Sachsenberg“ die Idee, Tafeln an den Häusern anbringen zu lassen, die die Geschichte erzählen (wir berichteten).

Seit Mittwoch werden an den ersten 35 Häusern die Plexiglas-Tafeln befestigt. Diese Aufgabe übernehmen Michael Kinzel und Adolf Winkler. Sie ziehen von Haus zu Haus, und „sorgen mit den Tafeln dafür, dass Geschichte lebendig wird“, freut sich Ludwig Artzt. Er ist so etwas wie der Ortshistoriker und sorgte in stundenlanger Arbeit dafür, dass die Informationen zu den Häusern auch zusammenkamen. Das sei nicht immer einfach gewesen. „Manche Besitzer haben ihr Haus erst vor wenigen Jahren gekauft und wussten nichts über die Vorbesitzer“, erklärt der Heimatforscher. Dann habe über entfernte Verwandte nach Informationen und alten Fotos gesucht werden müssen. Eine weitere hilfreiche Quelle waren Katasteraufnahmen von 1856, die Auskunft über die einzelnen Bewohner und Häuser geben.

So sind auf jeder Tafel alte Bilder der Häuser, aber auch eine Zeitleiste, die Auskunft über die Bewohner gibt, zu finden. „Die Besitzer durften entscheiden, was auf der Tafel stehen soll, sodass es auch keine Probleme mit dem Datenschutz gibt“, schmunzelt Artzt. Unterstützt wurde er vor allem von Margret Büchsenschütz - sie tippte die Informationen ab - sowie von Frank Richter, der Bilder einscannte und alles zusammenstellte, sodass die Tafeln schließlich in Berlin gedruckt werden konnten.

Über eine Tafel an ihrem Haus freuen sich auch Otto Götz und seine Frau Irma aus der Adolf-Müller-Straße. Otto Götz’ Großvater Wilhelm baute das Haus 1890 dort auf. „Für uns war es gar keine Frage, da mitzumachen“, freut sich der ehemalige Sachsenberger Bürgermeister Götz über den neuen Hausschmuck.

Währenddessen sind Michael Kinzel und Adolf Winkler schon weitergezogen. Bis zum Pfingstmarkt sollen die ersten 35 Tafeln hängen. Rund 20 weitere sind bereits in Auftrag gegeben. So beteiligt sich ein Ort an seiner Geschichte.(tt)

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