Korbach

Hallenbadsanierung: Sparen beim Spaßfaktor?

- Korbach (jk). Rutsche ja oder nein? Der Spaßfaktor im Hallenbad sorgte im Korbacher Parlament für eine ernste Auseinandersetzung. Und dies stellte die bestehende Koalition aus CDU, FWG und FDP gehörig auf die Probe.

Die alte blaue Außenrutsche ist marode, deshalb soll mit der laufenden Hallenbad-Sanierung auch die 40-Meter-Rutschbahn komplett erneuert werden. Die Summe wird mit rund 300 000 Euro taxiert.

Die CDU appelliert jedoch zu sparen: So stellte die Union den Antrag, auf die neue Rutsche vorerst zu verzichten. Um in finanziell besseren Zeiten vielleicht doch noch nachzurüsten, sollten die technischen Anschlüsse für eine Rutsche aber gelegt werden bei der Badsanierung. Bei den Beratungen im Finanzausschuss des Parlaments hatte CDU-Sprecher Dr. Eckhard Drebes eindringlich auf Defizite und Schulden der Stadt verwiesen.

Diese Schlüsse zog am Donnerstagabend in der Stadtverordnetensitzung abermals Heinz Langerzik (CDU) – nur deutlich drastischer. Das Vermögen der Stadt Korbach schrumpfe täglich, warnte Langerzik – auch wenn die finanziell schlechte Lage durch die Wirtschaftskrise in Korbach nicht selbst verschuldet sei. Den eigenen Koalitionspartnern von der FWG warf Langerzik vor, deren kaufmännische Ausbildung liege wohl schon lange zurück. Und bei allen Befürwortern einer Rutsche bezweifelte Langerzik, ob sie die Haushaltszahlen richtig lesen und verstehen könnten. „Jetzt frage ich Sie: Würden Sie mit Ihrem privaten Geld so umgehen, wie Sie es hier tun?“, resümierte Langerzik rhetorisch: „Ich glaube, der Spaß wird uns eines Tages vergehen“ – wenn die Kredite fällig werden.

Im Vorfeld der Parlamentssitzung hatte die FWG noch mal unterstrichen, dass ein Hallenbad ohne Rutsche mit den Freien Wählern nicht zu machen sei. Auch Bürgermeister Klaus Friedrich, SPD und Grüne machten sich für den Bau einer neuen Rutsche stark (wir berichteten). Hauptargumente: Die Rutsche sei insbesondere für junge Leute interessant. Und gerade Kinder und Jugendliche seien ja eine besonders wichtige Besuchergruppe. Fazit: Der Verzicht auf eine Rutsche könnte sich durch sinkende Besucherzahlen auch wirtschaftlich als Eigentor erweisen.

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