Korbach/Bad Wildungen/Lichtenfels

Handfeste Eheprobleme vor Gericht: Frau schlägt Geliebte ihres Mannes

- Korbach. Aus Eifersucht soll eine frustrierte Ehefrau aus Bad Wildungen und ihre Tochter der neuen Lebensgefährtin ihres Mannes mehrere Hiebe mit der flachen Hand verpasst haben. Die Angeklagte war offenbar wütend darüber, dass ihr Mann sie nach gut 17 Jahren Ehe einfach verlassen hatte. Während der Verhandlung im Korbacher Amtsgericht am Dienstag stritt die Angeklagte die Tat im Februar diesen Jahres zunächst ab.

Die 44-Jährige behauptete, ihre beiden Kinder hätten damals lediglich ihren Vater sehen wollen. Sie lebte getrennt von ihrem Mann und war mit beiden Kindern aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Auf dem Handy ihres Mannes hatte sie zuvor Mitteilungen einer anderen Frau entdeckt und so von einer neuen Freundin erfahren.

Im Februar soll die Bad Wildungerin der neuen Freundin ihres Mannes gegenüber in deren Wohnung in einem Lichtenfelser Ortsteil handgreiflich geworden sein und sogar ihre Tochter dazu angestiftet haben, mitzumachen. Das 42-jährige Opfer berichtete, die Angeklagte habe geschrien, dass sie ihren Kindern den Vater wegnehme und ihr Beschimpfungen "auf unterstem Niveau" an den Kopf geworfen.

Ein Bekannter fand das Opfer kurze Zeit später stark verweint und verstört vor und verständigte die Polizei. Im Frankenberger Krankenhaus stellten die Mediziner noch am gleichen Abend Schädelprellungen bei der Frau fest und behielten sie zu Beobachtung über Nacht dort. Sie litt nach eigenen Angaben noch einige Wochen an starken Kopfschmerzen.

Richter Wolfgang Damm machte der Verteidigung und der Staatsanwältin den Vorschlag, dass Verfahren gegen die Zahlung eines Bußgeldes einzustellen – falls die Angeklagte sich geständig zeige. Schließlich seien die Verletzungen, die sie der Geliebten ihres Mannes zugefügt hatte, nur gering. Das lehnte die Staatsanwältin ab, aber auch sie plädierte für einem minderschweren Fall von Körperverletzung, der mit einer Geldstrafe geahndet werden könne. Mit einem Geständnis könne sie ihren Kindern außerdem eine Zeugenaussage vor Gericht ersparen, machte sie der Angeklagten deutlich.

Nach einer Beratungspause legte die Angeklagte über ihre Verteidigerin doch noch ein Geständnis ab. Das Gericht verurteilte sie daraufhin zu einer Geldstrafe auf Bewährung in Höhe von 90 Tagessätze zu 30 Euro. Innerhalb von vier Wochen muss sie außerdem eine Geldbuße von 250 Euro an das Frauenhaus in Bad Wildungen zahlen. Die Bewährungszeit setzte Damm auf ein Jahr fest. Die minderjährige Tochter der Verurteilten musste sich bereits einem Strafverfahren stellen, das aber eingestellt wurde. (akk)

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