Korbach

Das Handwerk als „Medaillenschmiede“

- Korbach (tk). Was wäre das Leben ohne Handwerk? Bei der Freisprechungsfeier für die jüngste Gesellengeneration wurde diese Frage im neuesten Werbespot des deutschen Handwerks eindrucksvoll beantwortet.

Häuser stürzen ein. Autos und Kleider zerfallen in ihre Einzelteile. Aus der Zeitungsseite rieseln die Buchstaben heraus. Die Tapete löst sich von der Wand. Am Ende müssen zottelige Höhlenmenschen wieder von vorn anfangen. Die Aussage des TV-Werbefilms ist klar: Ohne Handwerk(er) geht es zurück in die Steinzeit. Zu Beginn der Freisprechungsfeier für 111 Gesellinnen und Gesellen flimmerte der Streifen über die Leinwand in der voll besetzten Korbacher Stadthalle. Kammerpräsident Heinrich Gringel (Kassel) griff die Botschaft in seinem Grußwort nochmals auf: „Am Anfang gab es Himmel und Erde. Alles andere haben wir gemacht.“ Dies klinge so pointiert, vielleicht etwas arrogant, räumte er ein. Aber das Handwerk „ist und bleibt eine stabile Säule der deutschen Wirtschaft“ und biete „viele Chancen und Möglichkeiten“. Gringel überreichte die Gesellenbriefe am Mittwoch zusammen mit dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Herbert Dinger, den jeweiligen Obermeistern und Prüfungsausschussvorsitzenden. „Sie haben mit dem Gesellenbrief eine für Ihre weitere berufliche Zukunft sehr wichtige Hürde mit Bravour genommen... Sie haben dieses Ziel mit Ausdauer und Ehrgeiz verfolgt und erreicht“, bescheinigte Dinger den erfolgreichen Absolventen. Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver sagte er: „In der praktischen beruflichen Bildung ist das Handwerk der Meistermacher, quasi die Medaillenschmiede.“ Dinger umriss vor Eltern und Freunden, Lehrern und Ausbildern der Gesellen, zahlreichen Ehrengästen aus kommunaler Politik und heimischer Wirtschaft die Bedeutung der „Wirtschaftsmacht von nebenan“, wie es in der Imagekampagne heißt: Im Gebiet der Kreishandwerkerschaft gibt es in den 13 Innungen mehr als 2000 Betriebe mit rund 11 300 Beschäftigten und 1200 Auszubildenden. Als „Grundstein für die weitere berufliche Laufbahn“ und „einen der besten Leistungsnachweise in der Arbeitswelt“ bezeichnete Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer den Gesellenbrief. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Klaus Friedrich und Christine Eden, die Vorsitzende der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit. Besondere Präsente erhielten zudem Elektroniker Tobias Klinge (Ausbildungsbetrieb Energie Waldeck-Frankenberg GmbH) für die beste Prüfungsleistung und Dachdecker Ingo Paulus (Udo Schmidt, Röddenau) für die Note „sehr gut“ in der schriftlichen Prüfung.Die Namen der erfolgreichen Absolventen lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Freitag, 26. Februar 2010.

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