Auftakt vom Südring bis ins Schulzentrum

Hansestadt erweitert System für Radverkehr

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Die Stadt Korbach will das Netz für Radler weiter ausbauen. 2015 stehen zunächst Südring und Solinger Straße im Konzept.Quelle: Stadt

Korbach - Die Stadt will das Netz für Radfahrer auf Korbachs Straßen weiter ausdehnen. Erste Etappe sind neue Schutzstreifen hinauf ins Schulzentrum auf dem Waldecker Berg.

„Wir möchten Radverkehr weiter fördern“, betont Carsten Vahland: „Aber wir bewegen uns im Bestand. Deshalb brauchen wir ein ausgewogenes Konzept, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt“, erklärt der Chef im Ordnungsamt.

Will heißen: Korbach ist eine historisch gewachsene Stadt mit Zentrum, Altstadt, Wohnvierteln, engen und breiteren Straßen - und oft hügeligem Terrain. Die Wünsche von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern in Einklang zu bringen ist deshalb eine komplizierte Sache. Dabei kommt es nicht nur auf den fließenden Verkehr an, sondern auch auf den ruhenden - also parkende Autos.

Vahland und sein Kollege Wolfgang Saure haben ein Konzept erarbeitet, um das Wegenetz für Radfahrer weiter zu verbessern. In Verkehrsbeirat, Magistrat und Bauausschuss des Parlaments wurden die Pläne bereits präsentiert.

Zutaten für mehr Sicherheit der Radler im Verkehr gibt es viele: Verkehrsberuhigung mit Tempo-30-Zonen, kombinierte Geh- und Radwege, gestrichelt markierte „Schutzstreifen“ oder farbige „Radfahrstreifen“ am Straßenrand gehören zum Rezept der Verkehrsplaner.

Im Detail kommt es etwa darauf an, welchen Raum die Straße freigibt. Denn die restliche Fahrbahnbreite muss mindestens 5,50 Meter betragen. Außerdem sollten die Zutaten nicht permanent wechseln, denn das schmeckt selbst den Radlern nicht: „Auch die Radfahrerverbände fordern ein möglichst homogenes Bild“, sagt Saure. Er hat den Radverkehr in verschiedenen Städten unter die Lupe genommen.

„Schutzstreifen“ oder „Radfahrstreifen“?

Bei der Erweiterung im Radverkehrsnetz setzt Korbach vor allem auf „Schutzstreifen“. Diese gestrichelt markierten Zonen am Straßenrand sollen mindestens 1,25 Meter breit sein. Wenn kein Radler in der Nähe ist, dürfen Autos bei Bedarf auch auf die Streifen ausweichen. Beispiele mit Schutzstreifen sind die Strother Straße hinauf zum Schulzentrum und die Medebacher Landstraße an Hallenbad und Hauer-Stadion vorbei.

Die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach“ fordert indes mehr „Radfahrstreifen“, wo es die Straßenbreite zulässt - etwa am Südring oder entlang der Arolser Landstraße. Spezielle Radfahrstreifen brauchen aber 1,85 Meter als Regelbreite - und sie sind für Autofahrer oder Motorradfahrer tabu. Auch kurzes Halten auf diesen Streifen ist nicht erlaubt.

So behalten die Planer im Rathaus vor allem die flexibleren „Schutzstreifen“ im Visier. Los geht‘s 2015 am Südring und in der Solinger Straße. Bis zur Kreuzung Frankenberger Landstraße gibt es am Südring bereits einen kombinierten Geh- und Radweg. Auf der anderen Fahrbahnseite soll ein zusätzlicher Schutzstreifen markiert werden.

Die Radler rechts fahren dann via Schutzstreifen direkt durch den neuen Kreisel beim Autohaus Brandt, der im Oktober fertig sein soll. Die Radler links auf dem Geh-/Radweg werden über Rampen am Kreisel vorbeigeführt. Ab dem oberen Kreisel an der Wildunger Landstraße bis zum Schulzentrum markiert die Stadt dann an beiden Straßenseiten neue Schutzstreifen.

Hintergrund

Die Stadt Korbach erweitert das Netz für Radfahrer. Im Blick sind der mittlere Ring und sternförmig die Zubringer ins Zentrum. Als erste Etappe markiert die Hansestadt noch 2015 neue Schutzstreifen am Südring bis hinauf ins Schulzentrum Solinger Straße. Weitere Etappen in der Zukunft sind die Arolser Landstraße und ein Teilstück der Briloner Landstraße vom Kreisel bei McDonald‘s bis Obi. An der Frankenberger Landstraße bis zum Kalkturm an der Korbacher Spalte soll der Gehweg auf einer Seite künftig auch für Radfahrer freigegeben werden. Geld im Haushalt der Stadt steht für die Projekte bereit. Vor allem auf Forderung von Grünen und SPD sind in den kommenden drei Jahren jeweils 50?000 Euro im Plan, um das Radwegenetz zu verbessern. Die Altstadt und viele Wohnviertel sind bereits Tempo-30-Zonen. Zusätzliche Radwege bestehen etwa in den Baugebieten am Südring und an der Wildunger Landstraße.

Von Jörg Kleine

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