Vöhl:

Haushaltslöcher stopfen mit „Trick 17“

- Vöhl. Der Verkauf an die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) macht es möglich: Wenn der Fiskus mitspielt, muss die Gemeinde Vöhl jährlich 50 000 Euro weniger in das defizitäre Henkel-Erlebnisbad pumpen.

Einstimmig bei einer Enthaltung aus der FWG haben die Vöhler Gemeindevertreter am Montag den Weg für ein trickreiches Steuersparmodell geebnet: Die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) soll das Henkel-Erlebnisbad in Vöhl übernehmen und auch das operative Geschäft betreiben. Die Gemeinde erhofft sich dadurch Einsparungen von rund 50 000 Euro pro Jahr. „Trick 17“, den die Vöhler zur Haushaltskonsolidierung aus dem Hut zaubern, ist der sogenannte „steuerliche Querverbund“. Er erlaubt es EWF, die Gewinne aus der Energieversorgung mit den Verlusten des Badbetriebs gegeneinander aufzurechnen, so dass das Unternehmen unter dem Strich weniger Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer bezahlen muss. Das übrig gebliebene Defizit des Henkelbades gleicht die Gemeinde aus, die so unmittelbar von dem Steuervorteil profitiert. Bislang summiert sich das Minus noch auf jährlich rund 150 000 Euro.Noch muss das Finanzamt diese Konstruktion genehmigen, erst dann sollen die Verträge greifen. Voraussetzung für den steuerlichen Querverbund ist eine enge technisch-wirtschaftliche Verflechtung der Sparten Energieversorgung und Badbetrieb. Diese wird erreicht, wenn das Henkelbad mit den Korbacher Bädern, die EWF bereits betreibt, zusammengefasst wird.

Mehr in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 12. Mai.

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