Nachtwächter

Heimgeleuchtet

Korbach - Im schussgewaltigen Waffenparadies USA ist die Sache ja schon länger am Laufen: „Body-Cam“ statt „Body-Painting“. Hinter dem Kürzel Body-Cam verbirgt sich nämlich eine kleine Kamera, die Polizisten sozusagen im Knopfloch tragen, um bei möglichen Streitereien mit Unruhestiftern und Delinquenten später den Videobeweis antreten zu können.

Damit kontern die Ordnungshüter den Massentrend bei jungen Leuten und notorischen Denunzianten, die längst bei jeder Kleinigkeit ihre Handys zücken. Die einen nehmen ihre Teenie-Idole aus 200 Metern Entfernung beim Konzert auf, um sie für die Ewigkeit abzuspeichern. Die anderen strecken das Handy am Apfelpflücker durch die Äste, um vom Nachbarn beim ruhestörenden Rasenmähen Beweismaterial zu sammeln. Das hessische Innenministerium hat diesen Trend bei Frankfurter Polizisten bereits getestet. Und siehe da: Die Attacken von besoffenen Krawallmachern auf südhessische Beamte haben spürbar nachgelassen. Deshalb läuft das Projekt seit gestern auch in Wiesbaden und Offenbach. Bis der Zukunftsbeamte mit Körperkamera auch bei uns in der Hansestadt Dienst schiebt, wird es nach hessischen Erfahrungen noch ein Weilchen dauern. Aber so mancher Privatmensch dürfte sich schon freuen, denn der Einsatz könnte den Aufwand bei großen Partys deutlich senken: Man müsste nur zwei-, dreimal den Lautstärke?regler am Dolby-Surround-Verstärker nach hinten aufdrehen – schon wird ein Nachbar sicherlich einen Videobeamten frei Haus bestellen. Gegen eine kleine Geldbuße ließe sich das Beweismaterial später dann sicher noch ?mal im Heimkino vorführen …?

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