135 Paare schließen Bund fürs Leben

Heiraten wie die Weltmeister

135 standesamtliche Trauungen verzeichnet die Jahresstatistik 2014 im Standesamtsbezirk Korbach, zu dem seit 2011 die Gemeinde Diemelsee gehört.Foto: Archiv

Waldeck-Frankenberg - Sophie, Lara und Marie, Elias, Leon, Ben und Noah: Viele der 2014 in Korbach geborenen Kinder tragen einen dieser Namen. Insgesamt erblickten 215 Babies im vergangenen Jahr das Licht der Welt in der Hansestadt.

Zehn Geburten mehr als im Jahr zuvor hat das Standesamt 2014 beurkundet. Zahlen, die noch nicht das Nachwuchs-Niveau im Babyboom-Jahr 2011 (271 Geburten) und die 243 Geburten im Jahr 2012 erreichen, aber wieder ansteigen. Das geht aus der amtlichen Jahresstatistik hervor, die von der Stadtverwaltung herausgegeben wurde. Sie trägt den Titel: „Weltmeisterjahr - auch beim Heiraten“.

Mehr Hochzeiten im Sommer

Denn 2014 haben sich im Standesamtsbezirk Korbach wieder erheblich mehr Paare das Ja-Wort gegeben. 135-mal haben die Standesbeamtinnen und Standesbeamten den Bund fürs Leben im Korbacher Rathaus besiegeln können. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von mehr als 32 Prozent. Damit gehört 2014 zu den Spitzenreitern der vergangenen zehn Jahre.

Der 8. August 2008, 9. September 2009, 10. Oktober 2010: An „Schnapszahl-Tagen“ wie diesen heirateten zuletzt besonders viele Brautpaare. Im vergangenen Jahr wäre dafür noch die Kombination „1.4.14“ in Frage gekommen. In Verdacht zu geraten, es an so einem Datum vielleicht doch nicht so ganz ernst zu meinen mit dem Ja-Wort, dürfte jedoch eher abschreckend gewirkt haben. Einen von ungewöhnlich vielen Paaren bevorzugten Tag oder Monat zum Heiraten habe es 2014 nicht gegeben, weiß Carsten Vahland zu berichten. Der Leiter des Korbacher Standesamts verweist auf den feststellbaren „Trau-Trend“, eher im Sommer- als im Winter-Halbjahr die Ringe zu tauschen. Ob das Fußball-Weltmeistergefühl hier auch eine Rolle gespielt habe, könne aber nur vermutet werden.

Einige Brautpaare haben ihre Ehe auch wieder im historischen Gildehaus geschlossen. Da seit 2011 auch die Gemeinde Diemelsee zum Korbacher Standesamtsbezirk gehört, taucht das Adorfer Rathaus ebenfalls in der Statistik auf. Weitere 24 Paare wählten für den wichtigsten Tag im Leben einen ganz besonderen Ort, wie etwa einen Leuchtturm oder eine Insel an der Nord- oder Ostsee. Zwei gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften konnten ebenfalls in Korbach beurkundet werden.

Die mit Spareffekten verbundene Kooperation der Standesämter der beiden Nachbarkommunen habe sich bewährt, das Verfahren eingespielt, resümiert Vahland. Die Formalitäten im Rathaus der Kreisstadt zu erledigen, bedeute nur selten einen höheren Aufwand für die Diemelseer Bürger. So kämen die meisten Kinder im Korbacher Krankenhaus zur Welt. Der Weg zum Standesamt sei dann nicht weit.

387 Sterbefälle

Die beliebtesten Mädchennamen waren im Jahr 2014 Sophie, Lara und Marie. Bei den Jungen lagen Elias und Leon weit vorn, gefolgt von Ben und Noah. In den letzten Jahren rangierten außerdem Laura, Luca und Maximilian sowie Fabian und Julian auf den vordersten Plätze der Rangliste.

Nicht nur für frohe Anlässe sind die Mitarbeiter des Standesamts zuständig. Hier werden auch Sterbeurkunden ausgestellt, 387 im vergangenen Jahr. Namensänderungen, Scheidungen oder Adoptionen zu dokumentieren, gehört überdies zu den standesamtlichen Aufgaben.

Wie viele Eheschließungen im Fußball-WM-freien 2015 zu erwarten sind, lässt sich kaum vorhersagen. Und wahrscheinlich wird auch der August nicht zu den bevorzugten Vermählungsmonaten zählen: Wer möchte schon eine 08.15-Hochzeit?

Von Thomas Kobbe

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