Technisches Hilfswerk Korbach bietet Spezialausbildungen bis Ende des Monats

Helfer strömen nach Korbach

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Die Retter zu koordinieren und immer in der richtigen Reihenfolge vorzugehen, ist gar nicht so einfach.

Korbach - Korbachs THW-Ortsverband dreht am großen Rad. Aus drei Bundesländern und aus der THW-Leitungsebene strömen derzeit Helfer nach Korbach, um hier für den Ernstfall zu proben.

Nichts geht mehr. Irgendwie wollen die Bohlen, die das Absturzopfer vor herabstürzender Erde schützen sollen, nicht passen. Und dann verabschiedet sich auch noch eine hochkant aufgestellte Wand seitlich nach unten. Es ist nur eine Übung, die allererste noch dazu. Doch die Kameraden vom Wildunger THW merken, wie anstrengend und schwierig es sein kann, einen Verschütteten aus seiner misslichen Lage zu befreien.

In Runde zwei geht es meist deutlich besser, weiß Ortsbeauftragter Hans-Joachim Kegel. Seit Mitte August ist die Zentrale in der Kreisstadt ein Anziehungspunkt für THW und Feuerwehr. Die Korbacher Ortsteilwehren, Kameraden des Technischen Hilfswerks aus der Umgebung und aus dem gesamten Landesverband mit drei Bundesländern strömen auf das Gelände in der Briloner Landstraße.

Denn hier haben Kegel und seine muntere Truppe, die auf dem THW-Gelände aktuell mehr Zeit verbringt als zu Hause, einen Spezialcontainer der Berufsfeuerwehr Kassel aufgebaut. Während auf dem Boden ein „Opfer“ zu verschütten droht, müssen die Helfer von oben die Lage analysieren, die eigenen Wege sichern und dann die Rettung umsetzen. Solche Unfälle können beispielsweise passieren, wenn ein Häuslebauer an der Außenwand des Kellers arbeiten will und sich dabei die Erde lockert, zuletzt passiert in Allendorf und Arolsen.

Die Sicherheit der Retter hat höchste Priorität. Zwischen 17 und 50 Minuten dauert es, bis Bordwände, Sicherungshölzer und Schlepptrage aufgebaut sind. Nur ein wenig länger hatten Interessenten Zeit, sich für die Weiterbildung anzumelden: Nach zweieinhalb Wochen waren alle Plätze belegt.

Hohes Niveau beim THW

Zwei Jahre nach dem Umzug in die ehemalige Druckerei können die THWler die Potenziale des Geländes voll nutzen. Für die Weitgereisten bieten die vielen Freiwilligen, die nach der Arbeit noch einmal vorbeischauen und helfen, viele Trainingsmöglichkeiten.

Mehr als 30 Meter Betonrohre, ein sechs Meter tiefer Schacht, Bahngleise und ein Wasserbecken haben sie inzwischen schon mit viel Eigenleistung fertiggestellt. Ein Gastank und ein Turm fehlen noch, dann können die Korbacher noch mehr wichtige Szenarien abbilden. Damit hat das Korbacher THW nach Kegels Einschätzung inzwischen einen besonders hohen Standard erreicht. Kegel erwartet in den kommenden Tagen deshalb Besuch vom Landesverband, von zwei THW-Lehrern aus Stuttgart und von der Leitung des Hilfswerkes. „Wir haben ein Niveau ähnlich der Bundesschulen“, ist er überzeugt. Ende August werden 800 Retter weitergebildet worden sein.

Das verlangt den THW-Mitgliedern einiges an Arbeit ab. „Wir wollten sehen, ob wir das stemmen können“, erklärt Kegel. Und ja, sie können es. Technisches Gerät und Versorgung mit Essen und Trinken sind kein Problem. Am vergangenen Samstag kam sogar noch ein Einsatz dazu. Flugs wurden die Instruktoren, die sich zuvor in Kassel weitergebildet hatten, ausgetauscht und Fahrt aufgenommen.

Besonders freut Kegel, dass die Zusammenarbeit mit der Korbacher Feuerwehr reibungslos und kollegial verläuft. „Das macht richtig Spaß“, lobt er.

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