Große Resonanz beim Erntedankfest des Kreisbauernverbandes Waldeck

Herausforderung für die Landwirtschaft

Diemelsee-Rhenegge - Landwirtschaft hat Perspektive – das untermauerte die große Resonanz beim Erntedankfest des Kreisbauernverbandes Waldeck in Rhenegge.

„Einem Winter, der keiner war, folgte ein trockenes Frühjahr“ – und von Mai bis August auch noch eine „Regenzeit“. Die Erntebilanz von Karsten Schmal fürs Waldecker Land fiel mehr als betrüblich aus am Sonntag. Zumal die heimischen Bauern auch noch von weiteren Marktproblemen gebeutelt werden – ob sinkende Milchpreise oder niedrige Schweinepreise. Ob es da überhaupt einen Sinn ergibt, das Erntedankfest zu feiern, fragte Schmal als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes rhetorisch. Die Antwort hatte er schnell parat: Bei einer Reise von China über die Mongolei bis nach Moskau erlebte Schmal vor allem Wüste oder karge Birkenwälder, nichts vom satten Grün der Wiesen und fruchtbarer Felder in Deutschland und Mitteleuropa. Auch wenn das Wetter oft Kapriolen zeigt, dürfen die Menschen also glücklich sein, „in diesem Teil des Erdballs zu leben“, resümierte Schmal. Das konnte Festredner Erwin Wunnekink nur untermauern. Der Landwirt aus den Niederlanden ist Vorstand der internationalen Genossenschaft „FrieslandCampina“ und zeigte bei seiner Präsentation die wahre Herausforderung für die Landwirtschaft auf: Bis zum Jahr 2050 wächst die Bevölkerung weltweit von derzeit sieben Milliarden auf fast zehn Milliarden Menschen. Überall steigt die Nachfrage nach Milchprodukten, tierischem Eiweiß für gesunde Ernährung, schilderte Wunnekink. Zugleich wächst die Stadtbevölkerung weltweit. Aber nur wenige Regionen auf dem Globus sind klimatisch so begünstigt wie Mittel- und Westeuropa, um erfolgreich Milchwirtschaft zu betreiben, machte der Festredner eindrucksvoll deutlich. So gelte es, Bauern in ärmeren Ländern zu unterstützen, zu schulen, deren Einkommen zu erhöhen und nachhaltig zu wirtschaften, um die Weltbevölkerung künftig ausreichend zu ernähren. Wunnekink erntete kräftigen Applaus der rund 400 Besucher in der Rhenegger Schützenhalle, darunter viele Gäste aus Politik und Wirtschaft. Grußworte sprachen auch Diemelsees Bürgermeister Volker Becker und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. „Unterstützen Sie die Betriebe hier vor Ort“, appellierte Becker. Denn „hier im Landkreis entsteht eine Fülle guter Produkte“, unterstrich Deutschendorf.Zum Auftakt am Morgen gestaltete Pfarrer Sascha Biehn-Tirre einen festlichen Gottesdienst, den die Posaunenchöre aus Sudeck, Flechtdorf und Berndorf unter Leitung von Fabian Küthe mitgestalteten. Viel Beifall gab es ebenso für die Beiträge der Mädchen und Jungen aus den Kindergärten in Heringhausen und Adorf. Ausrichter des Erntedankfests waren Kreisbauernverband, Landsenioren, Bezirkslandfrauen und Landjugend. Mit von der Partie waren der gemischte Chor und die Jagdhornbläser aus Rhenegge, die Adorfer Landjugend und die „Tanz-Kids“. Großer Dank ging an die Rhenegger Vereine für die festliche Gestaltung mit in der Schützenhalle.

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