Korbach

Herkules investiert eine Million Euro

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- Korbach (lb). Die neue Halle ist fast fertig, im Frühjahr will das Herkules Bau- und Gartencenter neu eröffnen. Nicht mehr dabei: eine Zooabteilung mit lebenden Tieren.

Anfang November werden die neu errichteten Flächen an Herkules übergeben. „Dann beginnen wir mit der Einrichtung des Gartencenters“, sagt Klaus Kühnast, Geschäftsführer der zu Edeka gehörenden Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft in Melsungen. Die Bauarbeiten liegen laut Kühnast im Zeitplan, der Verkauf laufe im alten Gebäude weiter. Nur während einer Dachsanierung war der Markt für fünf Wochen geschlossen. Eröffnen will Herkules den erweiterten Markt Anfang nächsten Jahres. Allein in die Einrichtung investiert das Unternehmen über eine Million Euro. Bauherr der neuen Halle ist der Korbacher Baustoffhandel Weber, Herkules selbst ist nur Mieter. Mit dem Anbau erweitert das Korbacher Bau- und Gartencenter die Verkaufsfläche von rund 5500 auf rund 9800 Quadratmeter. Gleichzeitig soll die Belegschaft von 31 auf 40 Mitarbeiter aufgestockt werden.

„Wir werden insgesamt das Sortiment ausbauen, insbesondere im Bereich Garten“, erläutert Kühnast. Nur im Zoobereich wird das Angebot kleiner: „Tiernahrung bleibt, aber wir werden keine Lebendtiere mehr anbieten“, sagt der Geschäftsführer. Das sei eine Sache der Geschäftspolitik, begründet Kühnast die Entscheidung.

Unterdessen kursieren Gerüchte, dass auch das Vivarium Ney im Gewerbegebiet Korbach West schließen will. Insbesondere Aquaristen könnten ihren Bedarf in der Kreisstadt dann nicht mehr decken. Doch Geschäftsführer Ralph Armin Ney beruhigt: „Wir wollen nicht schließen, aber ich suche einen Nachfolger, weil mein Ruhestand näher rückt.“ Gespräche mit Interessenten habe er bereits erfolgreich geführt. Der Betrieb hat lange Tradition in Korbach und wurde 1950 als Zoohandlung in der Bahnhofstraße gegründet.

Gegen die Herkules-Pläne hatte es im Vorfeld mehrfach Bedenken und Widersprüche gegeben: Einzelhandelsverband sowie Industrie- und Handelskammer (IHK) mahnten, Herkules auf die Fläche des größten Mitbewerbers zu begrenzen. Das ist Obi in Korbach mit rund 6200 Quadratmetern. Schwere Vorwürfe erhoben überdies die Betreiber des Obi-Markts. Der als reiner Familienbetrieb ­geführte Fachmarkt könne in existenzielle Not geraten, wenn Herkules das Vorhaben umsetze.

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