Land will 700000 Euro in Jugendburg investieren

Hessenstein: Insolvenz abgewendet

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Burg Hessenstein aus der Luft: Das Land Hessen will 700 000 Euro in die Bildungseinrichtung investieren und die sanitären Anlagen erneuern.Archivoto: Theresa Demski

Vöhl-Ederbringhausen - Gute Nachrichten für Burg Hessenstein: Für rund 700000 Euro will das Land die Bildungseinrichtung modernisieren lassen. Und: Eine drohende Insolvenz der Jugendburg ist abgewendet.

Das laufende Winterhalbjahr hätte die Bildungseinrichtung beinahe in die Insolvenz getrieben: Von Oktober bis März hat die Jugendburg nur wenige Gäste, trotzdem müssen Personal und Energiekosten bezahlt werden. Rund 100000 Euro brauchen laut Landkreis die Betreiber, um in diesen Monaten flüssig zu bleiben und alle Rechnungen bezahlen zu können.

Stammkapital ist seit Herbst aufgebraucht

Doch das Stammkapital von 135000 Euro der gemeinsamen Betreibergesellschaft des Landkreises Waldeck-Frankenberg, der Kreishandwerkerschaft und des Nabu-Landesverbandes Hessen ist seit diesem Herbst komplett aufgebraucht – aus eigener Kraft kann die Jugendburg die saisonale Flaute nicht ausgleichen. Seit Juni 2008 sind die drei Partner Träger der Burg Hessenstein.

Als Überbrückungshilfe soll ein Darlehen, das mit Beginn der nächsten Saison zurückgezahlt wird, Burg Hessenstein über den Winter helfen. Die Finanzierung war zunächst noch nicht geklärt, der Landkreis sollte deshalb 20000 Euro bereitstellen, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Mittlerweile ist die Überbrückung in trockenen Tüchern, die überplanmäßige Aufwendung aus dem Kreishaushalt sei daher nicht mehr nötig, wie Landrat Dr. Reinhard Kubat im Finanzausschuss erklärte. Eine Modernisierung soll die wirtschaftliche Lage der Jugendburg mittelfristig weiter stabilisieren.

Geplant ist, die sanitären Anlagen zu erneuern. Das Land habe in Aussicht gestellt, 2015 mit der Sanierung zu beginnen, sagte Kubat. Dadurch sollen weitere Gästegruppen erschlossen werden. Die Prognose für Burg Hessenstein sei gut, sagte der Landrat: Die Einrichtung verzeichne rund 16000 Übernachtungen in diesem Jahr, nach der Sanierung sollen es deutlich mehr sein. Kubat: „So ist die Burg mittelfristig gut aufgestellt.“ Trotz dünner Kapitaldecke arbeitet die Jugendburg in der Regel recht solide: 2013 hatte die Burg einen knappen Überschuss von rund 3600 Euro erwirtschaftet. In den Wirtschaftsplänen 2014 und 2015 rechnen die Betreiber mit einem knapp ausgeglichenen Geschäftsergebnis.

Ziel der Burg ist, Jugendgruppen, Schulklassen und Familien eine kostengünstige Jugendherberge mit Bildungsprojekten in der Nationalparkregion anzubieten.

Von Lutz Benseler

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