Korbach

Hessentag: SPD/Grüne rügen Friedrich

- Korbach/Bad Wildungen (jk/r). Nach der Absage aus Vellmar für den Hessentag 2013 bleiben Korbach und Bad Wildungen als mögliche Gastgeber im Gespräch. Derweil kritisieren die SPD und Grüne des Korbacher Stadtparlaments zu dieem thema einen "Alleingang" von Bürgermeister Klaus Friedrich.

Heinrich Kaletsch, Hessentagschef in der Wiesbadener Staatskanzlei, will in Kürze in beide Städte reisen. Dies bestätigte Kaletsch am Montag auf WLZ-FZ-Anfrage. Zuvor hatte es telefonische Gespräche mit den beiden Bürgermeistern gegeben.„Wir haben eine Vielzahl an Bewerbungen“, erklärte Kaletsch. Die Zeit drängt, denn bis Mitte September soll möglichst schon eine Entscheidung für 2013 (wir berichteten) fallen. Denkbar wäre kurzfristig offenbar auch, die Hessentagsstadt Bensheim (2014) um ein Jahr vorzuziehen. Das jedoch würde den üblichen Turnus zwischen Nord-, Mittel- und Südhessen durcheinanderbringen. Stark ins Gespräch bringt sich in Nordhessen derweil die Stadt Kassel. 2013 feiert Kassel 1100-jähriges Bestehen.

„Wir könnten das organisatorisch schultern, Korbach steht bereit“, sagt derweil Bürgermeister Klaus Friedrich. Wichtig sei jedoch, dass der Hessentag auch die Stadtentwicklung voranbringe – etwa in der Finanzierung eines großen Projekts. „Wir müssen deshalb die Gespräche abwarten“, erklärt Friedrich. Dabei will er das Parlament eng einbinden. SPD und Grüne in Korbach äußern „Befremden“ über Berichte einer Hessentagsbewerbung 2013 in Korbach: Bürgermeister Friedrich habe „einen erneuten Vorstoß“ ohne politisches Mandat aus dem Parlament unternommen.

„Bei der aktuellen Finanzlage der Kreisstadt ist nur schwer vorstellbar, das Millionendefizit eines Hessentages zu schultern“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Dörflinger. Er erinnert daran, dass die Stadtverordnetenversammlung erst 2010 ein umfangreiches Konsolidierungspaket beschlossen hat, um die Schulden zu begrenzen. Dennoch habe die Stadt im laufenden Jahr ein Defizit von über sechs Millionen Euro. Wegen der schwierigen Finanzlage hatten SPD und Grüne in der vorigen Sitzung des Stadtparlaments eine erneute Beratung einer möglichen Hessentagsbewerbung angemahnt. Die beiden Parteien beharren darauf, dass das Parlament in seiner nächsten Sitzung über die Hessentagsfrage berät.

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