Schüler der Westwallschule und das Korbacher Museum planen Ausstellung zum 100. Geburtstag

Wer hat hier vor hundert Jahren gelernt?

+
Kinder der Klassen 3a und 4a der Westwallschule mit ihren Lehrerinnen Birgit Wille-Oppermann und Anne Korte, Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Elisabeth Brüne.

Korbach - „Bei meiner Oma auf dem Dachboden liegen noch Schiefertafeln“; „Mein Papa hat noch Fotos von seiner Einschulung“ - der Forschungsdrang der Kinder der Westwallschule ist geweckt. Zum 100. Geburtstag ihrer Schule werden sie in Zusammenarbeit mit dem Wolfgang-Bonhage-Museum eine Ausstellung erarbeiten.

Die Eingangshalle der Westwallschule ist voller Leben. Die Kinder der Klassen 4a und 3a und ihre Lehrerinnen Anne Korte und Birgit Wille-Oppermann treffen sich mit Museumsdirektor Völker-Janssen. Aufregung liegt in der Luft, denn im nächsten Jahr feiert die Westwallschule ihren 100. Geburtstag.

Zu diesem Jubiläum werfen die Jungen und Mädchen einen Blick auf die Geschichte der historischen Gemäuer, in denen sie ansonsten ganz selbstverständlich ihre Schultage verbringen. Wer ist vor hundert Jahren denn in die Schule hier gegangen? Wer hat sie gebaut? Hatten die Kinder auch so schöne Buntstifte wie wir? Und haben sie damals auch Klassenfahrten oder Wanderausflüge gemacht? Fragen über Fragen fallen den kleinen Forschern ein - sehr zur Freude ihrer Lehrerinnen und des Museumsleiters.

Fragen über Fragen

„Unser Jubiläum ist doch ein guter Anlass, mal eine Ausstellung zur Schulgeschichte in Korbach zu machen“, erklärt Birgit Wille-Oppermann. Also fragte sie bei Museumsdirektor Dr. Wilhelm Völcker-Janssen an, ob es Möglichkeiten der Zusammenarbeit gebe. Das Museum war schnell mit im Boot und nun werden die Kinder in den kommenden Wochen mit ihren Recherchen beginnen.

„Wie viele Kinder saßen zusammen in einer Klasse?“, „Haben sie in den Pausen das Gleiche wie wir gespielt?“, „Es war doch auch Krieg - wie war es da in der Schule?“. Ein bisschen wissen die Kinder schon. Aber es gibt noch so viel zu entdecken.

In der Ausstellung soll die Entwicklung der Westwallschule und des Schulwesens insgesamt beleuchtet werden. Wie war das Schulleben vor 100 Jahren, wie war es vor 50 Jahren, wie ist es heute und wie könnte es in der Zukunft vielleicht aussehen?

„Wir werden uns die Chroniken und Archive vornehmen und nach Bildern recherchieren, denn Zeitzeugen, die bei der Eröffnung der Westwallschule dabei waren, werden wir nicht mehr finden. Dafür könnt ihr aber eure Eltern und Großeltern befragen und mit ihnen nach alten Schultüten, Zeugnissen, Büchern und Ähnlichem suchen“, erklärt Völcker-Janssen.

Mithilfe erbeten

Und auch alteingesessene Korbacher, die noch Bücher, Zeugnisse und Bilder oder einfach Geschichten aus ihrer Schulzeit an der Westwallschule haben, sind herzlich gebeten, ihre Erinnerungen zu teilen.

Die Westwallschule hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts viele Arbeiter nach Korbach strömten, reichten die Räumlichkeiten der alten Stadtschule „Im Sack“ nicht mehr aus, ein neues Gebäude wurde gebaut. Das war die Westwallschule, die 1914 eingeweiht wurde. Seitdem haben Generationen hinter ihren Mauern gelernt. Die Westwallschule war aber nicht immer Grundschule. Bürgerschule, Höhere Töchterschule, Grund- und Hauptschule - da wird es für die kleinen Forscher viel zu entdecken geben.

Wer noch Erinnerungsstücke oder bemerkenswerte Geschichten aus seiner Schulzeit in der Westwallschule hat, melde sich bei Elisabeth Brüne vom Museum, Tel. 05631/53279.

Kommentare