Katholische Frauengemeinschaft spendet je 1000 Euro nach Bolivien und an den Orgelbauverein St. Marien

Hilfe für die „Königin der Instrumente“

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Mitglieder der Frauengemeinschaft und des Orgelbauvereins stehen um das Modell einer neuen Orgel, die die kfd mit 1000 Euro unterstützt. Dicht an dicht stehen die Pfeifen im kleinen Bild und machen die Orgel damit unstimmbar.

Korbach - Es knarzt und hängt im Gebälk - die Orgel in der St.-Marien-Kirche in Korbach ist „nicht ganz dicht“. Seit zwölf Jahren sammelt der Orgelbauverein für eine neue - die Frauengemeinschaft unterstützt das mit dem Erlös ihres Knusperbasars.

Von Nicole Schäfer

Korbach. Alle zwei Jahre knuspert, raschelt und glänzt es im Gemeindehaus St. Marien, es duftet nach leckerem Gebäck und verzaubert mit den Gerüchen: Der Knusperbasar der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) ist eine feste Größe in der Vorweihnachtszeit.

Die Mitglieder basteln und backen Schönes, Schmackhaftes und Nützliches und ziehen damit zahlreiche Besucher an. Schon die Vorbereitungen absolvieren die Frauen gemeinschaftlich: Sie stricken, kochen und werkeln gemeinsam und schaffen so eine große Auswahl.

„Im vergangenen Jahr war unser Basar sehr gut besucht“, berichtet Vorsitzende Claudia Fritsch erfreut, und das hat sich auch im Erlös bemerkbar gemacht. 2000 Euro hat die Frauengemeinschaft mit ihrem Knusperbasar eingenommen, 500 Euro mehr als vor zwei Jahren. „Den Erlös teilen wir immer auf zwei Organisationen auf“, erklärt Christina Schöffl. Die eine Hälfte geht an die Missionsschwestern in Bolivien, die die kfd schon seit vielen Jahren unterstützt. Die andere Hälfte bekommt der Orgelbauverein St. Marien.

„Orgel hat Lungenkrebs“

Schon seit zwölf Jahren sammelt der Verein tatkräftig für eine neue Orgel, bisher haben die Mitglieder rund 87 345 Euro beisammen, zu denen sich nun weitere 1000 Euro der Frauengemeinschaft gesellen. „Die Königin der Instrumente“ wird die Orgel genannt - in St. Marien leidet sie aber an „Lungenkrebs im letzten Stadium“, wie ihr schon einige Musiker attestierten.

„Unsere Orgel ist als ein Provisorium gebaut worden und ist es leider immer noch“, erklärt Organist Bernhard Uteschil. Die Abstrakten, also der Teil der Orgel, der den Tastendruck zu den Ventilen der einzelnen Pfeifen überträgt, seien „abenteuerlich“ verlegt. „Der Ton wird über viele Ecken und Winkel geschickt, und dadurch hakt es“, erläutert Peter Becker, Vorsitzender des Orgelbauvereins. Dazu kommt, dass die Orgel nicht stimmbar ist. „Die Stimmgänge sind viel zu eng“, zeigt Olaf Schillmöller, ebenfalls Organist, an manchen Ecken sogar so eng, dass gerade einmal ein Gesangbuch dazwischen passt. Die Pedale klappern, außerdem ist die Elektrik veraltet. „Die Sicherung könnte jederzeit durchbrennen“, fürchten die Organisten.

Die Brillanz des Klanges lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Hohe Töne erklingen nur ganz leise, zahlreiche tiefe Töne unsauber und flimmernd, was sogar Laien auffällt. „Das liegt auch am billigeren Material“, erklärt Uteschil. In den knapp 1300 Pfeifen ist mehr Zink als Zinn verarbeitet - was den Klang eher hart werden lässt.

Reparatur lohnt nicht

„Allein wegen der Pedale war der Orgelbauer in den letzten drei Jahren zehn Mal vor Ort“, erinnern sich die Organisten, und eine Reparatur lohne sich nicht. Für eine neue Orgel braucht der Verein 300 000 bis 350 000 Euro. „Unsere Orgel gehört zu den am meisten gespielten in der Umgebung“, wissen auch die Frauen von der kfd. „Die Korbacher Organisten können zwar mit den Problemen umgehen“, erklären sie. Den Erhalt der Kirchenmusik wollen sie aber umso mehr unterstützen, denn wenn im Gottesdienst, zu Hochzeiten, Taufen oder auch Beerdigungen die Königin der Instrumente erklingt, dann soll sie ihrem Namen auch wieder gerecht werden.

Spenden sind willkommen auf die Konten des Orgelbauvereins St. Marien: Sparkasse Waldeck-Frankenberg, IBAN DE94523500050000113233, Waldecker Bank, IBAN DE07523600590000081060.

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