Wirmighäuser feiern „Weinschwelgen“ und „Erwin-Figge-Platz“

Hoch auf Wein und Gesang

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Wohl bekomm’s: Ann-Katrin Jäger (2. v. r.) und Miriam Backhaus von der Landjugend schenken Wein aus Rheinhessen aus.

Diemelsee - Wirmighausen. - „Freunde schenkt ein, hoch lebt der Wein“: Mit fröhlichen Liedzeilen eröffnen die Mitglieder des Männergesangvereins am Samstagabend das erste „Wirmighäuser Weinschwelgen“.

Zwischen Kirche und Backhaus laden mit Mais und bunten Lichtern dekorierte Zelte zum Verweilen ein. An diesem schönen Spätsommerabend sind sowohl die Sitzplätze als auch die Stehplätze rund um einige umfunktionierte Weinfässer zur Freude der Organisatoren schnell besetzt. Mittendrin informiert der rheinhessische Winzer Günther Groebe, der sich gern an die Besuche bei seiner Großmutter in Wirmighausen erinnert, über die guten Tropfen, die von der heimischen Landjugend ausgeschenkt werden. Aus dem Backhaus des Heimat- und Verkehrsvereins duftet es derweil nach frischem Zwiebelkuchen.

Mit etwas Poesie („Einzig im Weine liegt die ganze Wahrheit“) und viel Frohsinn heißt MGV-Vorsitzender Jörg Stede die Gäste willkommen: „Lasst uns die Gegenwart mit Wein, Weib und Gesang erleben“, lächelt er, bevor die Gastgeber unter Leitung von Reinhold Krüger mit verschiedenen Trinkliedern auf einen fröhlichen Abend einstimmen.

Besondere Ehrung

Zu diesen Liedern zählt auch das Stück „Der Weinschwelg“, das die Wirmighäuser laut Stede bei einem Chorwettbewerb singen mussten. Die intensiven Proben des schwierigen Liedes inspirierten die Sänger schließlich, nicht zu einem Weinfest, sondern zum „Weinschwelgen“ einzuladen. Für Stimmung sorgen dabei nicht nur der MGV, sondern auch die befreundeten Vereine aus Adorf und Canstein sowie der heimische Frauenchor und die „Fidelen Mühlhäuser Orgelpfeifen“.

Hoch leben lassen die Wirmighäuser an diesem Abend aber nicht nur Wein und Gesang, sondern auch ihren langjährigen Ortsvorsteher Erwin Figge (siehe Zur Person). „Nach dem Tod unseres Ehrenvorsitzenden im März 2010 ist uns schnell der Gedanke gekommen, ihn auf besondere Art zu ehren“, berichtet Harald Schweizer, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins.

Gemeinde und Verein entscheiden sich dafür, den Backhaus-Vorplatz zum „Erwin-Figge-Platz“ zu machen. Da der Verein seit 2009 Regie über das in Figges Ära umgebaute gemeindeeigene Gebäude führt, symbolisiert der Platz Figges Einsatz für Kommunalpolitik und Vereinswesen. Das eigens angefertigte schmucke Holzschild bringt Schweizer zusammen mit Figges Weggefährten, den Bürgermeistern Hans-Jürgen Fischer und Volker Becker, an und wünscht: „Viel Vergnügen auf dem Erwin-Figge-Platz“.

Zur Person: Erwin Figge

„Erwin Figge hat viel im Ort und rund um den Ort bewegt“, betont Harald Schweizer, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Wirmighausen, bei der Einweihung des „Erwin-Figge-Platzes“ am Samstag (siehe weiteren Text). „Dieses Schild kann den ein oder anderen vielleicht anregen, Verantwortung zu übernehmen und Ideen für den Ort zu entwickeln“, hofft Schweizer.

Erwin Figge, der im März 2010 im Alter von 92 Jahren verstarb, setzte sich von 1977 bis 1993 als Ortsvorsteher für seinen Heimatort ein. Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins war er von 1966 bis 1998, später Ehrenvorsitzender.

Ob Einrichtung von Fremdenzimmern, Bau der Grillstation, Vermietung der Wirmetalhalle an Jugendgruppen, Umbau des Feuerwehrgerätehauses zum Backhaus oder das Pflanzen von Apfelbäumen – wenn sich in Wirmighausen etwas tat, hatte der engagierte Kommunalpolitiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes meist seine Finger im Spiel und manchmal auch seinen Gehstock.

„Man hörte, dass Onkel Erwin manchmal unbequem werden konnte, wenn er in der Gemeindeverwaltung etwas für Wirmighausen erreichen wollte“, lächelt Schweizer. „Mein Vater hätte diese Ehrung als nicht notwendig erachtet“, ist Karl Figge überzeugt. Für ihn sei sein Einsatz, bei dem ihn die Familie immer unterstützt habe, selbstverständlich gewesen.(nv)

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