Korbach

Hohes Niveau noch höher schieben

- Korbach (rsm). Die beiden Neu-Regisseure
der Freilichtbühne Korbach haben den Kopf 
voller Pläne und gehen mit einer großen Portion Motivation ans Werk.

Thorsten Heck (40) und Jens Lessing (38) sind derzeit in einer Ich-könnte-Bäume-ausreißen-Stimmung. In nahezu 
jedem Satz der beiden neuen Spielleiter der Korbacher Freilichtbühne hört man dieses Juhu-Gefühl heraus. Heck nimmt auch das Wort „Aufbruchstimmung“ in den Mund, ohne damit sagen zu wollen, dass sich der Freilichtbühnenverein in einer Abbruchstimmung befunden habe.

Nein, er will damit nur sagen, dass er und Lessing ein hohes Niveau noch ein Stück höher schieben wollen. Dass sie dazu in der Lage sind, haben die beiden Korbacher 
mit ihrem Regiedebüt der „Unendlichen Geschichte“ bereits bewiesen, aber das soll erst der Anfang sein für eine langjährige Spielleiterkarriere in Korbach.

Aus dem Bestseller von Michael Ende mussten sie sogar 
eine eigene Fassung für Freilichtbühnen schreiben, weil es bundesweit bisher nur Vorlagen für Raumbühnen gab. Damit betraten sie auch als Autoren Neuland. Das kostete Zeit und Nerven, aber diese federführende Aufgabe hat ihnen viel Selbstvertrauen gegeben 
für künftige Inszenierungen.

„Wir sind jetzt nicht mehr so abhängig von dem Stück, wenn uns der Stoff gefällt, aber einiges davon nicht auf unsere Bühne passt, dann schreiben wir es eben um“, sagt Lessing. Er weiß aber auch: Der Verlag muss dieser neuen Fassung zustimmen und verlangt natürlich auch Tantiemen dafür.

Bei der 
„Unendlichen Geschichte“ habe auch die Erbengemeinschaft von Michael Ende ein Mitspracherecht gehabt, fügt Heck hinzu. Sie hoffen nun, dass ihre Fassung als Buch gedruckt wird. Das Handwerkszeug für ihre Spielleiterarbeit holen sich der Förderpädagoge Heck und der Informatiker Lessing in Hamm, wo die beiden Regie-Neulinge 
seit Mai 2010 an zahlreichen Wochenenden im Jahr am Bildungswerk für Theater und Kultur an einer Fortbildung zum Theaterpädagogen teilnehmen.

Es ist nicht einfach, neben Familie, Beruf und Restfreizeit für drei Jahre noch eine Fortbildung unter den sowieso schon vollen Hut zu bekommen. Aber die beiden verheirateten Familienväter, die seit ihrer Kindheit als Schauspieler auf der Freilichtbühne stehen, haben auf die Anfrage des Vorstands, ob sie den bald drohenden Spielleitermangel verhindern wollen, geantwortet: „Wir wollen wissen, was wir tun, bevor wir es tun.“ Sie lehnen es ab, sich das 
Regieführen selbst beizubringen, sie wollen es von profes
sionellen Könnern lernen. Der Verein stimmte ihrer Forderung zu und zahlt ihnen die Ausbildung. Diese Geste ist nicht selbstverständlich, das wissen 
die beiden Regielehrlinge auch. Niemand in ihrem Kurs hat 
einen solchen Geldgeber. Im Gegenzug haben Heck und Lessing zugestimmt, dass sie in den kommenden 15 Jahren mindestens jeweils zehn Aufführungen (Kinder- und Erwachsenenstück) inszenieren werden.

„Die unendliche Geschichte“ ist an folgenden Tagen zu sehen: 3. August (20 Uhr), 6. August (15.30 Uhr), 7. August (14 Uhr), 13. August (15.30 Uhr), 14. August (14 Uhr), 20. August (15.30 Uhr) 21. August 14 Uhr). – Die Termine für das Erwachsenenstück „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare: 6. August (20 Uhr), 7. August (18 Uhr), 10. August (20 Uhr), 13. August (20 Uhr), 14. August (18 Uhr), 17. August (20 Uhr), 20. August (20 Uhr), 21. August (18 Uhr).

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 3. August.

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