Holzhof wird um weitere Halle vergrößert

Holz aus der Region für die Region

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Karl Brützel (links) betreibt den Holzhof in Goddelsheim – derzeit baut er die dritte Halle. Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz (2.v.l.), Bürgermeister Uwe Steuber und Vertreter der CDU Lichtenfels machten sich ein Bild davon.

Lichtenfels - Goddelsheim - Der Holzhof in Goddelsheim wird immer größer: Betreiber Karl Brützel baut derzeit die dritte Halle auf das große Gelände im Lichtenfelser Industriegebiet.

Wenn es um die Frage geht, wie Wertschöpfung in der Region bleibt, dann ist Karl Brützel der richtige Ansprechpartner. Für den Maschinenring Waldeck-Frankenberg stellt er hochwertige Holzbrennstoffe im Brennstoff-Logistikzentrum in Goddelsheim her:

Der Maschinenring ist Ankäufer und Verkäufer des Materials, Brützel betreibt den Holzhof und sieht zu, dass aus dem angelieferten Holz Hackschnitzel, Scheite und Pellets werden. 45?000 bis 50?000 Kubikmeter Hackschnitzel, rund 4000 Kubikmeter Scheitholz und 1000 Paletten Holzbriketts produziert er zusammen mit zwei Festangestellten und Aushilfen pro Jahr. In Zeiten, in denen der Öl- und Gaspreis stetig nach oben geht, wird das Heizen mit Holz immer populärer, finanziell zunehmend lukrativer.

„Der Preis für Hackschnitzel ist rund ein Drittel des Heizölpreises“, sagt Karl Brützel. Konsequenz: „Die Nachfrage nach Holz steigt, wir haben immer mehr Abnehmer“, erklärt er. Um die große Nachfrage zu befriedigen und mehr Holz trocken lagern zu können, hat er sich daher entschlossen, auf eigene Kosten eine dritte Halle zu bauen. 55 Meter lang, 30 Meter breit und in der Mitte zwölf Meter hoch – das sind geräumige Ausmaße. Auf der Sonnenseite des riesigen Daches sind Solaranlagen aufgebracht. Für den Bau der Halle habe er ausschließlich heimische Firmen beauftragt, erklärt er. In der Halle finden neben Holz auch eine Siebanlage und eine Brikettpresse Platz; in rund vier Wochen soll das Gebäude in Betrieb genommen werden.

Holz aus Lichtenfels

Das Holz kommt hauptsächlich aus dem Wald der Stadt Lichtenfels, Hessens achtgrößter Kommunalwaldbesitzerin. Und somit wird auf dem Holzhof ein Produkt aus der Region in der Region verarbeitet – und auch in die Region vertrieben. Ein Bild davon machte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz vor Ort: Der Holzhof war die letzte Station seiner Sommerreise durch seinen Wahlkreis.

Bei Bürgermeister Uwe Steuber und Vertretern der CDU Lichtenfels hatte er sich über Lichtenfelser Umwelt- und Energieprojekte informiert, ehe er den Holzhof besuchte, wo Karl Brützel Hintergründe erklärte. Dort konnten die Besucher auch die Kessel besichtigen, die seit April 2010 aus Hackschnitzeln Energie für die Heizung der Mittelpunktschule Goddelsheim produzieren. Die Wärme wird über 350 Meter durch acht Zentimeter dicke Doppelleitungen in die Schule geschickt.

20 Jahre Zusammenarbeit

Brützel, der auch eine Landwirtschaft und einen Fuhrbetrieb führt, ist seit 20 Jahren eng mit dem Maschinenring verbunden. Der Ring versteht sich als landwirtschaftlich ausgerichtetes Dienstleistungsunternehmen, zu seinen Mitgliedern zählen rund 1200 landwirtschaftliche Betriebe, 18 Kommunen und mehr als 20 Unternehmen aus Handel, Banken und Genossenschaften. Der Maschinenring Wal­deck-Frankenberg engagiert sich mit seinen Tochtergesellschaften bereits seit vielen Jahren im wachsenden Feld der erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffe. Auch die überbetriebliche Maschinenverwendung, die Organisation eines gemeinsamen Betriebsmitteleinkaufs, die Erzeugung von Kompost- und Brennstoffprodukten und Klärschlammverwertung gehören zu seinem Portfolio. (md)

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