21000 Übernachtungen im Jahr in Korbacher Jugendherberge

Hotelstandard lockt viele Gäste

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Korbach - Logis für Schulklassen und Familien, Quartier für Rucksack- und Satteltaschentouristen: Die Korbacher Jugendherberge ist bei Gästen überaus beliebt.

„Hi, ich hab selten eine so hübsche und so gut organisierte Jugendherberge gesehen! Eben gab’s statt Abendbrot ein großes Grillfest – super! Ganz großes Kompliment an das ganze Team, es ist sehr schön hier bei Euch!!!“ „Svens“ Eintrag im Internet-Gästebuch ist nur einer von vielen, die das Haus in höchsten Tönen loben.

Die Zufriedenheit der Gäste spiegelt sich auch in der Bilanz der vor zwei Jahren grundlegend modernisierten Herberge wider. 20?711 Übernachtungen waren es im vergangenen Jahr, 20??200 werden es bis Jahresende auf jeden Fall. Hinzu kommen die Familien, Gruppen und Einzelreisende, die noch nicht so weit im Voraus gebucht haben. Somit sind die 128 Betten zu rund 45 Prozent ausgelastet.

„Ein absoluter Topwert“, freut sich Rebekka Rieth-Figge über „Zahlen, die vor der Renovierung niemand erwartet hätte“. Allein im August erwartet die Betriebsleiterin 3000 Übernachtungen. Im August 2010 begann eine neue Ära im ehemaligen Hospital in der Enser Straße.

1,3 Millionen Euro investierten das Land Hessen, die Stadt Korbach und die Hospitalstiftung, um das Gebäude von Grund auf zu modernisieren und auf Hotelstandard zu bringen. Der zeigt sich nicht nur in den oberen Etagen, in denen alle Zwei- bis Sechs-Bett-Zimmer seitdem über eigene Duschen und Toiletten verfügen, sondern vor allem auch im Erdgeschoss.

Am Empfangstresen gibt es den aktuellen Wetterbericht, Kaffeespezialitäten und eine reiche Getränkeauswahl für den Abend. Eine Lounge steht für Ruhepausen gleich nebenan zur Verfügung. Die Gemeinschaftsräume, die Namen wie „Abenteuerlust“ oder „Geselligkeit“ tragen, können je nach Anforderungen für Seminare oder Spielnachmittage genutzt werden. Die Belegung in dieser Woche ist typisch für den Sommer: 80 belgische Kinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren, für die eine Krankenkasse Freizeiten in Deutschland organisiert, sowie rund 30 Jugendliche aus Nordhessen, die sich am Ende ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) auf die nächsten Schritte ihres (Berufs-)Lebens vorbereiten. Hinzu kommen, verstärkt an Wochenenden und Feiertagen, Familien, Rucksack- und Satteltaschentouristen.

Der „letzte Zivi“

„Sowohl im Tagungsbereich als auch bei den Familien und Einzelgästen haben wir im Jahresvergleich noch einmal 1000 Übernachtungen zugelegt“, berichtet Rebekka Rieth-Figge. Die gelernte Industrie-Kauffrau und Pädagogin, die seit 2004 als „Herbergsmutter“ tätig ist, führt dies auch auf Pauschalarrangements zurück, die für Schulklassen, Sportgruppen oder auch Freundeskreise zusammengestellt werden.

Zusammen mit Kooperationspartnern in Korbach, am Edersee und im Upland können sich die Gäste ganze Ausflugspakete mit diversen Freizeitaktivitäten hinzubuchen. Nachdem der „letzte Zivi“ vor fast einem Jahr die Jugendherberge verlassen hat, verstärken „Bufdis“ (Bundesfreiwilligendienst) und FSLler das insgesamt rund 20-köpfige Mitarbeiter-Team der Herberge. „Personell aufgestockt“ wurde nicht zuletzt, erklärt Rebekka Rieth-Figge, um die Rezeptionszeiten im Haus verlängern zu können.

Der Empfang sei nunmehr stets bis mindestens Mitternacht, „häufig auch noch ein, zwei Stunden darüber hinaus besetzt“. Zudem gehört das Haus seit Längerem zu den Objekten, die ein Korbacher Sicherheitsdienst überwacht. Beides soll dazu beitragen, die Ursachen möglicher Lärmbelästigungen in der Nachbarschaft weiter zu reduzieren. Überdies werden Lehrer und Betreuer nachdrücklich an ihre Aufsichtspflicht erinnert und jeder, der Fenster und Türen öffnen will, durch Aufkleber auf die Nachtruhe ab 22 Uhr hingewiesen.

Der (zu) geringe Abstand zwischen der belebten, weil beliebten Jugendherberge und den angrenzenden Wohnhäusern lässt sich dadurch allerdings nicht beseitigen. „Ich habe volles Verständnis für die Anwohner“, bekennt die Betriebsleiterin. Auf der anderen Seite gelte jedoch auch, umso mehr seit der Sanierung vor zwei Jahren: „Das Haus wurde gebaut, um es auszulasten.“

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