Korbach

"Hurensohn" kostet 300 Euro

- Korbach. Dicke Luft in der Korbacher Arbeitsagentur: Vater und Sohn wollten partout nicht gehen, ohne sofort Geld mitzunehmen. Für eine lautstarke Schimpftirade muss der 25-jährige Junior per Strafbefehl jetzt 300 Euro an die Staatskasse zahlen, das Verfahren gegen gegen den 61-jährigen Senior stellte das Korbacher Amtsgericht am Dienstag gegen eine Geldbuße von 100 Euro vorläufig ein

Angeklagt war das erheblich vorbestrafte Duo aus Korbach wegen Hausfriedensbruch und Beleidigung.

Der frisch aus der Justizvollzugsanstalt entlassene 25-Jährige bittet an einem Freitag im Juli, begleitet von seinem Vater, einen Angestellten der Arbeitsagentur um einen Vorschuss, um übers Wochenende zu kommen. Als der Sachbearbeiter ihnen erklärt, dass das nicht möglich sei und sie am Montag wiederkommen müssten, werden Vater und Sohn laut. Trotz mehrfacher Aufforderung verlassen beide das Büro nicht. Der vom Lärm aufgeschreckte Teamleiter eilt herbei, der 61-Jährige droht ihm mit Faust und Gehhilfe. Als „Hurensohn“ soll schließlich der 25-Jährige im Eifer des Gefechts den Sachbearbeiter tituliert haben.

Als es den Agenturmitarbeitern gelingt, zu dritt beide aus dem Büro hinaus zu komplimentieren, tritt der 25-Jährige zweimal von außen gegen die geschlossene Tür, so dass sie anschließend repariert werden muss. Doch schon am nächsten Tag packt die beiden Korbacher die Reue und sie entschuldigen sich bei den Betroffenen. Das wertete Richter Wolfgang Damm am Dienstag denn auch als strafmildernd.

Mit einer Geldbuße als Denkzettel, die er in fünf Tagessätzen zu zahlen hat, kam der langzeitarbeitslose Senior davon. Sein bei ihm lebender Sohn, der nicht zur frühmorgendlichen Verhandlung erschienen war, wird hingegen in den nächsten Tagen Post vom Korbacher Amtsgericht erhalten. Inhalt: Ein Strafbefehl über 30 Tagessätze zu jeweils zehn Euro. (lb)

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