Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf: Volker König besucht die Vöhler

„Ich bekomme Eindrücke hautnah“

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Begegnungen im Wahlkampf: Volker König (rotes Hemd) kommt den Vöhlern näher.

Vöhl - Er besucht die 15 Ortsteile, klingelt an Haustüren und lädt Bürger zum Gespräch ein: Volker König hat in diesen Wochen ein volles Programm. WLZ-FZ begleiteten den Kandidaten, der am 9. Juni Bürgermeister werden will, einen Tag im Wahlkampf.

Über seiner Schulter hängt eine Tasche, er trägt sportliche Schuhe und hat an diesem Tag schon einige Kilometer hinter sich gelegt: Volker König steckt mitten im Wahlkampf. Und das bedeutet, dass er an diesem Tag auch noch manchen Kilometer vor sich hat. „Ich möchte den Menschen persönlich gegenüberstehen“, sagt Volker König, „manche kenne ich seit vielen Jahren und andere noch nicht.“ Und deswegen klingelt er samt Tasche, in der seine Handzettel liegen, an diesem Morgen an den Türen in Herzhausen. „Meistens werde ich sehr freundlich aufgenommen“, sagt er, „manchmal aber auch skeptisch.“ Scheu hat er aber nie. „Das liegt mir einfach“, sagt er und dann kommt er mit den Menschen ins Gespräch - über Motorradfahrer, die den Bürgern in Herzhausen im Sommer zur akustischen Belastung werden, über schlechte Straßen, Kanaldeckel oder alte Mauern. „Als Gemeindevertreter sind mir manche Themen schon bekannt“, sagt Volker König, „aber jetzt bekomme ich Eindrücke hautnah.“ Und deswegen sei der Wahlkampf eine bereichernde Zeit - egal, wie der Kampf am Ende ausgehe.

Große Herausforderungen

Nach der Tour durch Herzhausen macht sich Volker König auf den Weg nach Vöhl, vorbei an unzähligen Plakaten mit seinem Gesicht. Schmunzelnd nimmt er die Werbung zur Kenntnis. Vor der Henkelhalle warten dann die Vertreter des Ortsbeirats auf den Kandidaten. „Während der Ortsrundgänge komme ich an Stellen, an denen ich noch nie war“, sagt er, „und lerne Problemstellungen kennen, die ich noch nicht kannte.“ Und das gilt auch für Vöhl. Ortsvorsteher Karl-Heinz Stadtler übernimmt die Führung und beginnt beim Henkelbad. „Eine gute Entscheidung des Parlaments, das Henkelbad zu bauen“, resümiert König, „das Minus im Haushalt muss uns das Bad wert sein.“

Das hat er auch den Menschen in Marienhagen gesagt, als er dort Station machte. Schöne Nachrichten lassen sich leicht verkünden, oder? „Das ist gar nicht leicht“, widerspricht König, „denn wenn ich Position beziehe und erkläre, dass die Gemeinde den Zuschussbedarf von 30000 Euro im Jahr für das Bad in Marienhagen auch künftig übernehmen soll, dann muss ich später auch zu diesem Defizit stehen.“ Und das will er.

Eine weitere Herausforderung in Vöhl stellt sich dann schon beim Abbiegen um die nächste Ecke: Denn dort eröffnet sich der Blick auf 35 Bauplätze über den Dächern des Ortes. Seit den 90er-Jahren sind die Plätze erschlossen, aber Käufer sind Mangelware in Vöhl. „Ohnehin sollten die sieben Bauplätze im Ort Priorität haben“, sagt König, rät aber, mit Investoren ins Gespräch zu kommen.

Zwölf-Stunden-Tag

Der demografische Wandel, der junge Familien im Ort und damit Bauherren missen lässt, zeigt sich dann auch beim Blick auf die Hauptstraße: Ein Leerstand reiht sich hier an den nächsten. „Wir müssen alle unsere Entscheidungen künftig am demografischen Wandel orientieren“, sagt der Kandidat, der unabhängig antritt, aber von der SPD unterstützt wird. Auch Ehrenamtliche könnten bald im Einsatz für Senioren sein, schlägt er vor, und für die leeren Häuser müssten gemeinsam mit der Gemeinde Lösungen gefunden werden.

Ohnehin wirbt Volker König bei seiner Tour durch die Ortsteile für ehrenamtlichen Einsatz: So seien Patenschaften für Projekte in den Orten möglich, um so Anwohner einzubinden.

Bevor sich der 51-Jährige zum Bürgergespräch im Gasthaus trifft, macht er einen Abstecher zur Baustelle für den EdekaMarkt. „Wir müssen Käufer nach Vöhl ziehen“, sagt er, „und das Angebot noch weiter ausbauen.“ Viele Entwicklungsmöglichkeiten lägen in diesem Bereich.

Wenn es ums Geldausgeben geht, sind die Bürger aber skeptisch geworden. Und so steht beim anschließenden Bürgergespräch dann auch schnell die große Frage des Wahlkampfs im Raum: „Wie können leere Kassen wieder voll werden?“. Da zögert König nicht: „Sparen und investieren widersprechen sich nicht“, sagt er. Zwar müsse jede Ausgabe hinterfragt werden, aber nachhaltige Investitionen könnten helfen, den Haushalt zu sanieren.

Am Ende des Tages hat Volker König rund zwölf Stunden Wahlkampf hinter sich - und ein ebenso voller Tag liegt da noch vor ihm. (resa)

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